Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bestimmte Genmutationen erhöhen das Brustkrebsrisiko

25.09.2009
Bei 5 % aller Frauen, die an Brustkrebs erkranken, tritt dieser familiär gehäuft auf. Bei einem Drittel dieser Familien liegt als Ursache die Mutation eines der beiden Gene BRCA1 und/oder BRCA2 vor.

Die Mehrheit der Fälle lässt sich jedoch nicht auf einen direkten Einfluss dieser Gene zurückführen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass noch andere Gene für das Auftreten von familiär gehäuften Brustkrebserkrankungen verantwortlich sind.

Eines dieser Gene scheint das so genannte Ataxia-Teleangiectasia Mutated Gen (ATM Gen) zu sein, dem eine zentrale Bedeutung bei der Reparatur von Schädigungen der Erbinformation zukommt.

Im Rahmen einer großen internationalen Studie an 2.500 Brustkrebspatientinnen haben deshalb Prof. Dr. Peter Oefner und seine Mitarbeiter vom Institut für Funktionelle Genomik der Universität Regensburg unter Beteiligung weiterer Forscher aus Europa, den USA und Australien das familiär gehäufte Auftreten von Brustkrebs untersucht. Die Wissenschaftler sind vor allen Dingen der Frage nachgegangen, welche Typen von ATM-Mutationen ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, nach sich ziehen.

Das international besetzte Team machte im Zuge der Untersuchungen die unerwartete Beobachtung, dass beim ATM Gen - im Gegensatz zu anderen bereits bekannten Brustkrebsgenen - nicht etwa Mutationen, die zu einem vorzeitigen Abbruch der Proteinsynthese führen, das Brustkrebsrisiko erhöhen. Die Ergebnisse der Forschergruppe legen demnach nahe, dass dies vor allem für solche Mutationen gilt, bei denen einzelne Aminosäuren in den entwicklungsgeschichtlich konservierten Abschnitten des ATM Proteins ausgetauscht werden. Mit einer Mutationsfrequenz von 1 % scheint dem ATM Gen somit eine wesentlich wichtigere Rolle bei der Entstehung von Brustkrebs zuzukommen als bisher angenommen.

Einer der Schwerpunkte der weiteren Forschung wird daher die Identifizierung weiterer genetischer und umweltbedingter Faktoren sein, die das Brustkrebsrisiko von ATM-Mutationsträgerinnen beeinflussen. Darüber hinaus wird die Entwicklung von Tests im Vordergrund stehen, die eine individuelle Abschätzung des tatsächlichen Einflusses dieser Mutationen auf die Funktion des ATM Proteins ermöglichen.

Die Ergebnisse der Forschergruppe erscheinen in der renommierten Fachzeitschrift "American Journal of Human Genetics" (10.1016/j.ajhg.2009.08.018).

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Peter Oefner
Universität Regensburg
Institut für Funktionelle Genomik
Tel.: 0941/943-5054
Peter.Oefner@klinik.uni-regensburg.de

Alexander Schlaak | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de

Weitere Berichte zu: ATM Brustkrebs Brustkrebsrisiko Gen FTO Genmutation Genomik Mutation Protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Software mit Grips
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt am Main

nachricht Einen Schritt näher an die Wirklichkeit
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics