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Gen entscheidet, ob das Stillen den IQ erhöht

06.11.2007
Physiologischer Mechanismus entdeckt

Ein einzelnes Gen entscheidet, ob das Stillen die Intelligenz eines Kindes erhöht oder nicht. Wissenschaftler des Institute of Psychiatry am Kings College London haben nachgewiesen, dass Kinder mit einer Version des Gens FADS2 bei einem Intelligenztest sieben Punkte besser abschnitten, wenn sie gestillt wurden. Die in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichte Studie ergab aber auch, dass Stillen bei Kindern mit einer anderen Version des Gens keine Auswirkungen auf den Intelligenzquotienten hatte. Das entscheidende Gen hilft dabei die Fettsäuren aus der Nahrung abzubauen, die mit der Entwicklung des Gehirns in Zusammenhang gebracht wurden. Sieben Punkte Unterschied bei einem Intelligenztest sind laut den Forschern ausreichend, um ein Kind im oberen Leistungsdrittel zu sehen.

Rund 90 Prozent der Menschen tragen jene Version des Gens in sich, die bei gestillten Kindern mit einem höheren IQ in Verbindung gebracht wurde. Die Wissenschaftler nutzten die Daten von zwei früheren Studien über gestillte Kinder aus Großbritannien und Neuseeland, an denen mehr als 3.000 Kinder teilnahmen. Der Intelligenzquotient wurde zwischen dem fünften und 13. Lebensjahr immer wieder ermittelt. Frühere Studien zum Thema haben laut BBC zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt. Diskussionen, ob besser ausgebildete Mütter oder Frauen, die aus besseren Verhältnissen stammen, eher stillen, rückten die Ergebnisse in ein leicht schiefes Licht.

Terrie Moffitt, eine der Mitautorinnen der Studie, betonte, dass die aktuellen Ergebnisse eine neue Perspektive lieferten, in dem sie einen physiologischen Mechanismus sichtbar machten, der die Unterschiede zwischen gestillten und nicht gestillten Kindern erklärbar machen kann. "Die Intelligenzdiskussion Natur versus Ernährung wurde seit mindestens einem Jahrhundert geführt. Wir haben nachgewiesen, dass tatsächlich die Natur über die Ernährung für eine bessere Gesundheit der Kinder sorgt. Seit die jetzt analysierten Studien veröffentlicht wurden, haben Hersteller damit begonnen, ihren Produkten Fettsäuren zuzusetzen. Die Ergebnisse über mögliche Vorteile sind bisher nicht eindeutig.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.iop.kcl.ac.uk
http://www.pnas.org

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