Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikrobenvielfalt im Nanoliter-Tropfen

17.10.2007
Zu viel Zeit vergeht heute zwischen dem Auftreten erster Krankheitszeichen und der Identifizierung des Erregers. Häufig mit fatalen Folgen für den Betroffenen. Ein Workshop wird sich am 23. Oktober 2007 am Hans-Knöll-Institut Jena mit neuen Methoden der schnellen Erregerdiagnose beschäftigen.

Hat ein Krankheitserreger sich im Menschen erst einmal ansiedeln können, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Während der Patient zunehmend an der Infektion leidet, versuchen Mediziner, den verantwortlichen Keim zu isolieren und zu identifizieren. Erst wenn man den Erreger kennt, kann der Arzt eine gezielte Behandlung beginnen.

Vorausgesetzt, dass wirksame Antibiotika zur Verfügung stehen. Die herkömmliche Methode zur Keim-Bestimmung erfordert dessen langwierige Kultivierung in Nährbodenschalen. Immer wieder kommt es vor, dass der Patient inzwischen verstorben ist. Allein in Deutschland sterben jährlich 60 000 Menschen an einer Sepsis, bei der Bakterien oder Pilze in die Blutbahn gelangt sind. Weltweit arbeiten Forscher an der Entwicklung neuer, schnellerer Methoden der mikrobiologischen Diagnostik.

Am 23.10.2007 findet am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut - ein Workshop zu dieser Thematik statt. Er trägt den Titel "Tropfenbasierte Lebend-Zell-Assays für die mikrobiologische Diagnostik". Wissenschaftler mehrerer Thüringer Forschungseinrichtungen beraten über Möglichkeiten zur Beschleunigung der Erreger-Identifizierung. "Schon ein Zeitgewinn von 24 Stunden könnte viele Menschenleben retten", meint Dr. Martin Roth, Projektverantwortlicher am HKI.

Gemeinsam mit seinen Partnern an der TU Ilmenau, dem iba Heiligenstadt und dem IPHT Jena erhielt er 2006 den Thüringer Forschungspreis für das Minikult-System. Darin werden Mikroorganismen aus Einzelzellen in nur 60 Nanoliter (= Milliardstel Liter) kleinen Kulturkammern herangezogen und untersucht.

Ziel der Veranstaltung ist es, das Potenzial dieser von Thüringer Forschern entwickelten Mikrofluidsegment-Technik für die Kultivierung und Ermittlung der Antibiotikaresistenzen multiresistenter Problemkeime zu diskutieren. Weiterhin werden die Experten die nächsten Schritte bei der Entwicklung neuer Diagnostikverfahren in einem Forschungsverbund beraten. Ihm werden neben den genannten Einrichtungen auch Wissenschaftler des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Jena angehören.

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 83 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung. Diese beschäftigen etwa 13.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand 12/2006). Davon sind ca. 5.400 Wissenschaftler, davon wiederum 2.000 Nachwuchswissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,1 Mrd. Euro pro Jahr. Die Drittmittel betragen etwa 225 Mio. Euro pro Jahr.

Ansprechpartner:
Dr. Michael Ramm
Wissenschaftliche Organisation
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V.
- Hans-Knöll-Institut -
Beutenbergstrasse 11a
07745 Jena
T: +49 (0) 3641 - 65 66 42
F: +49 (0) 3641 - 65 66 20
michael.ramm@hki-jena.de
Presseservice: pr@hki-jena.de

Dr. Michael Ramm | idw
Weitere Informationen:
http://www.presse.hki-jena.de

Weitere Berichte zu: Kultivierung Mikrobenvielfalt Nanoliter-Tropfen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff
20.01.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

nachricht Leibwächter im Darm mit chemischer Waffe
20.01.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise