Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Samenkäfer: Wasser als Geschenk für die Hochzeitsnacht

31.08.2007
Wissenschaftler erforschen Paarungsgeschenke unter Insekten

Ein ungewöhnliches Liebesspiel unter Samenkäfern haben Forscher der Universität Exeter nun entdeckt: Wenn die Weibchen des Callosobruchus maculatus durstig sind, dann schreiten sie zur Paarung. Denn ihr Sexpartner bringt ihnen über sein Ejakulat auch Flüssigkeit, die sie über den Genitaltrakt in ihren Körper aufnehmen können.

Ein Männchen ist dann ein besonders erfolgreicher Liebhaber, wenn er viel von dieser Flüssigkeit abgeben kann, denn dadurch bleibt es länger bei seiner Partnerin und die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Weibchen mit einem neuen Partner einlässt verringert sich. Daraus ergibt sich eine größere Chance, dass der Samen des Männchens die Eier befruchtet, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Animal Behaviour.

Das Forscherteam um Martin Edvardsson vom Centre for Ecology and Conservation an der University of Exeter in Cornwall http://www.uec.ac.uk hat im Laborversuch festgestellt, dass sich die durstigen Käfer-Weibchen um 40 Prozent öfters gepaart haben als jene, die nicht durstig waren. "Die große Ejakulatmenge könnte sich entwickelt haben, weil die Männchen die Weibchen so mit viel Wasser versorgen und es für das Weibchen dann keinen Vorteil bringt, sich nochmals zu paaren", erklärt der Wissenschaftler gegenüber pressetext. Die Paarung der Samenkäfer ist nämlich kein besonderes Vergnügen für das Weibchen, denn der Käfer-Mann hat auf seinen Genitalien Stacheln, die beim Geschlechtakt Verletzungen bei seiner Partnerin hervorrufen. "Das ist allerdings bei vielen Käfern der Fall und dient wahrscheinlich dazu, dass das Männchen sozusagen im Weibchen ankert", erklärt der Experte.

... mehr zu:
»Insekt »Männchen »Samenkäfer »Weibchen

Die Samenkäfer, die nur wenige Millimeter groß werden, sind in den tropischen und warmen Zonen der Erde sehr häufig vorkommend, erklärt der Forscher. "Sie lieben allerdings eher trockene Regionen. Dies macht es für die weiblichen Käfer auch sehr schwer Wasser zu finden", erklärt Edvardsson abschließend gegenüber pressetext. Brautgeschenke unter Insekten sind keine große Seltenheit. Ein Grund, warum dies bei den Insekten vorkommt, ist die Fähigkeit, Sperma über einen längeren Zeitraum hinweg zu speichern.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uec.ac.uk

Weitere Berichte zu: Insekt Männchen Samenkäfer Weibchen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise