Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Methode erlaubt Erforschung von Stammzellen und Nervenneubildung in der Zellkultur

25.04.2007
Wissenschaftler können künftig Stammzellen erwachsener Mäuse und die Neubildung von Nervenzellen über lange Zeiträume in der Zellkultur untersuchen.

Harish Babu und Dr. Gerd Kempermann (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, MDC, Berlin-Buch und Forschungsgruppe der Volkswagenstiftung an der Charité - Universitätsmedizin Berlin) haben dazu eine neue Methode entwickelt, mit der in der Kultur nicht irgendwelche Nervenzellen entstehen, sondern genau die, die die Stammzellen auch im Gehirn selbst bilden würden.

Die Zellen stammen aus einer Region des Hippocampus, dem Gyrus dentatus, einer Insel im Gehirn für die Nervenzellneubildung Erwachsener. Wie die Forscher in der amerikanischen Fachzeitschrift Plos ONE (DOI 10.1371/journal.pone.0000388, 25. April 2007) berichten, konnten sie nachweisen, daß der Hippocampus erwachsener Mäuse wirklich Zellen mit Stammzelleigenschaften enthält, was immer wieder bezweifelt worden war, und dass sich diese Stammzellen unter bestimmten Bedingungen zu den Nervenzellen des Hippocampus weiterentwickeln. Sie haben damit ein wichtiges Werkzeug in der Hand, um Stammzellen und ihre Regulationsmechanismen im Hippocampus, einer Hirnregion von großer Bedeutung für Lernen und Gedächtnis, zu erforschen.

Dr. Kempermann und andere Forscher hatten vor Jahren zeigen können, dass auch das Gehirn Erwachsener in der Lage ist, neue Nervenzellen zu bilden. Die Forscher vermuten, dass die neugebildeten Nervenzellen des Hippocampus ihn an veränderte Erfordernisse im Laufe des Lebens anpassen. Ob und inwieweit sich diese neuen Zellen oder ihre Vorläuferzellen, die Stammzellen, für die Entwicklung von Therapien für Demenzerkrankungen nutzen lassen, wird die Zukunft zeigen.

... mehr zu:
»Nervenzelle »Stammzelle »Zellkultur

*Enriched monolayer precursor cell cultures from micro-dissected adult mouse dentate gyrus yield functional granule cell-like neurons

Harish Babu1, 2, Giselle Cheung1, Helmut Kettenmann1, Theo D. Palmer3, and Gerd Kempermann1,2

1Max Delbrück Center for Molecular Medicine (MDC) Berlin-Buch, Robert-Rössle-Str. 10, 13125 Berlin, Germany
2VolkswagenStiftung Research Group, Dept. of Experimental Neurology, Charité University Medicine Berlin, Schumannstr. 20/21, 10117 Berlin, Germany
3Dept. of Neurosurgery, Stanford University, Palo Alto, USA
Corresponding author: Gerd Kempermann, M.D.
Phone: +49 30 9406 2362; Fax: +49 30 9406 3814; E-mail: gerd.kempermann@mdc-berlin.de
Barbara Bachtler
Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96
Fax: +49 (0) 30 94 06 - 38 33
e-mail: presse@mdc-berlin.de

Barbara Bachtler | idw
Weitere Informationen:
http://www.mdc-berlin.de/ueber_das_mdc/presse/index.htm

Weitere Berichte zu: Nervenzelle Stammzelle Zellkultur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen
20.09.2017 | Veterinärmedizinische Universität Wien

nachricht Molekulare Kraftmesser
20.09.2017 | Max-Planck-Institut für Biochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik