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Internationales Projekt zur Genomanalyse von Bakterien-Wirt-Wechselwirkungen

21.02.2007
EU-Förderung ERA-NET PathoGenoMics für das Institut für Medizinische Mikrobiologie

Das internationale Verbundprojekt SPATELIS (Spatio-temporal analysis of Listeria-host protein interactions), das der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie Prof. Dr. Trinad Chakraborty koordiniert, wird in den nächsten drei Jahren im Rahmen der Initiative "ERA-NET PathoGenoMics" der Europäischen Union über das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Ziel der EU-Initiative ist es, die Koordinierung von Forschungsaktivitäten der Mitgliedsstaaten auf dem Gebiet der Genomforschung an humanpathogenen Mikroorganismen zu verbessern. Das Gesamtforschungsvorhaben wird mit insgesamt rund 2 Millionen Euro gefördert, von denen etwa 830.000 Euro auf das Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Gießen entfallen. Die Förderung dieses Projektes unterstreicht den international hohen Rang der Genomforschung an pathogenen Bakterien in Gießen.

Im SPATELIS-Projekt arbeiten Wissenschaftler universitärer und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal und Israel eng zusammen: Neben dem Gießener Institut für Medizinische Mikrobiologie sind in Deutschland das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und das Biozentrum der Universität Würzburg beteiligt, in Frankreich das Pasteur-Institut, in Spanien das Nationale Zentrum für Biotechnologie (CNB) und die Universität León, in Portugal das Institut für Molekular- und Zellbiologie (IBMC) in Porto sowie in Israel die Universität Tel Aviv. Die Arbeiten konzentrieren sich auf die komparative und funktionelle Genomanalyse von Bakterien-Wirt-Wechselwirkungen.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht das in der Natur vorkommende Bakterium Listeria monocytogenes, das die Listeriose verursacht, eine der gefährlichsten bakteriell verursachten Lebensmittelinfektionen weltweit, wobei immunsupprimierte und ältere Menschen besonders betroffen sind. In der Frühschwangerschaft kann eine Listerien-Infektion zu einem Abort oder zur Totgeburt des Fetus führen. Die Infektion erfolgt hauptsächlich durch mit Listerien verunreinigte Lebensmittel, die aus Rohprodukten hergestellt werden, wie Käse, Räucherfisch, Wurst- und Fleischpastete. Erst jüngst wurden die Verbraucher wieder durch Meldungen über gefährlich hohe Belastungen an Listerien-Bakterien in Räucherlachs und Rohmilchkäse aufgeschreckt.

Kontakt:
Prof. Dr. Trinad Chakraborty
Institut für Medizinische Mikrobiologie
Frankfurter Str. 107, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-41250, Fax: 0641 99-41259
E-Mail: Trinad.Chakraborty@mikrobio.med.uni-giessen.de

Christel Lauterbach | idw
Weitere Informationen:
http://spatelis.mikrobio.med.uni-giessen.de/

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