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Vogelgrippe-Virus schlummert in indonesischen Katzen

25.01.2007
H5N1-Antikörper in streunenden Haustieren entdeckt

Antikörper des Vogelgrippe-Virus H5N1 sind nach allerneuesten Nachrichten aus Indonesien in streunenden Hauskatzen gefunden worden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com .

Bestätigt wurden die Erkenntnisse des Wissenschaftlers Chairul Anwar Nodom von der Airlangga University in Surabaya, Java, von anderen Forschern noch nicht.

Allerdings gehen Experten davon aus, dass dies sehr leicht möglich sei. Nidom hatte mehr als 500 streunende Hauskatzen an vier verschiedenen Plätzen in Java und Sumatra untersucht, 20 Prozent der Tiere trugen H5N1-Antikörper. Virologen befürchten nun, dass das Virus durch Mutation zu einer tödlichen Gefahr auch für Menschen werden könnte.

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Gerade jene Regionen, in denen erst kürzlich Vogelgrippe-Ausbrüche zu verzeichnen waren, hatten den Forscher interessiert. "Die nachgewiesenen Antikörper bedeuten nicht automatisch, dass die Katzen immer noch die Viren in ihrem Körper tragen", so der Virologe Nidom, der 2005 Viren auch in indonesischen Schweinen nachgewiesen hatte. Was die Forscher allerdings fürchten, ist die Tatsache, dass viele andere streunende Katzen dem Virus bereits zum Opfer gefallen sind. Niemand könne sagen, wie hoch diese Zahl sei. "Ich mache mir einfach Sorgen, dass das Virus einfacher auf den Menschen übertragen werden kann, als bisher angenommen", so Nidom.

Diese neuen Nachrichten seien nichts besonderes, meint der Virologe Franz Xaver Heinz, Vorstand des klinischen Instituts für Virologie an der Medizinischen Universität Wien im pressetext-Gespräch. "Die Ergebnisse haben allerdings für die lokale Situation der Katzen in Indonesien eine Bedeutung. Interessant wäre auch die Feststellung, ob es zu einer Ansteckung unter den Katzen selbst gekommen ist." Der Experte schließe dies allerdings weit gehend aus. "Die Vogelgrippe ist immer noch eine Tiererkrankung, die jedoch schon eine gewisse Beobachtung erforderlich macht", so Heinz. Es sei ja bekannt, dass die Pandemie der Spanischen Grippe von 1918 auf ein solches Vogelgrippevirus zurückgegangen sei. Die Angst, dass es wieder zu einer solchen Pandemie kommen könne, sei verständlich, da diese Viren ein hohes Veränderungspotenzial besitzen.

Das Gefahrenpotenzial sei vorhanden, daher sei das Problem sicher nicht zu bagatellisieren, meint der Experte. Auch die Tatsache, dass Katzen als Säugetiere dem Menschen näher verwandt sind als Vögel sei zu beachten. Solange sich das Virus nicht von Mensch zu Mensch überträgt, bestehe keine Pandemiegefahr, so Heinz abschließend. Experten wie etwa Albert Osterhaus von der Erasmus Universität in Rotterdam empfehlen aber nicht, Katzen nun gezielt zu jagen. "Es wäre sinnvoll, wenn man verhindern könnte, dass Katzen infizierte Vögel fressen." Für die offenen Märkte in Asien und Afrika bedeutet dies schon eine große Herausforderung, da streunende Katzen und Hunde nach den Überbleibseln suchen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.virologie.meduniwien.ac.at

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