Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leuchtdioden für Nachtsichtanzeigen

22.01.2007
Roter als Rot: Porphyrinkomplex als neuer Dotierstoff für hocheffiziente Infrarot-Leuchtdioden

Mehr und mehr wird die konventionelle anorganische Halbleiter-Elektronik durch organische Bauelemente ergänzt. Biegsame Displays, großflächige Leuchtanzeigen oder Flachbildschirme lassen sich z.B. mit organischen Leuchtdioden (OLEDs) verwirklichen. Wurde bisher fast ausschließlich an OLEDs geforscht, die im sichtbaren Bereich des Spektrums leuchten, haben sich amerikanische Forscher um Mark E. Thompson nun an OLEDs gemacht, die Licht nahen Infrarot abstrahlen.

Solche Dioden werden für Anzeigen benötigt, die mit Nachtsichtgeräten abgelesen werden sollen. In der Zeitschrift Angewandte Chemie lüftet das Team aus Wissenschaftlern von der University of Southern California, der Princeton University, der University of Michigan sowie der Universal Display Corporation sein Erfolgsgheimnis: ein phosphoreszierender Platin-Porphyrin-Komplex als Dotierstoff.

Eine OLED ist ein dünnes, leuchtendes Bauelement aus organischen halbleitenden Materialien, dessen Aufbau dem einer anorganischen Leuchtdiode (LED) ähnelt. Zwischen zwei Elektroden sowie weiteren Schichten befindet sich eine farbstoffhaltige Emitterschicht. Bei Anlegen einer Spannung pumpt die Kathode Elektronen, die Anode Elektronenleerstellen, so genannte "Löcher" in die Emitterschicht. Der Farbstoff gerät dadurch in einen angeregten Zustand. Wenn die Farbstoffmoleküle wieder in den Grundzustand zurückfallen, wird die freiwerdende Energie als Licht abgestrahlt. Bisher wurde die Emitterschicht von OLEDs mit Fluoreszenzfarbstoffen dotiert. Von phosphoreszierenden Dotierstoffen verspricht man sich nun deutlich effizientere OLEDs. Phosphoreszenzfarbstoffe leuchten wesentlich länger nach, da sie in ihrem angeregten Zustand regelrecht "gefangen" sind und nicht so leicht wieder in den Grundzustand gelangen können.

Welche Farbe das emittierte Licht hat, hängt davon ab, wie groß der energetische Abstand zwischen den beiden Energieniveaus ist. Dies hängt wiederum von der genauen Struktur des Farbstoffmoleküls ab. Mark E. Thompson und sein Team wählten einen Platin-Porphyrin-Komplex als phosphoreszierenden Dotierstoff. Porphyrine kommen z. B. in unserem roten Blutfarbstoff und im grünen Blattfarbstoff vor. Das Grundgerüst der Porphyrin-Komplexe besteht aus vier stickstoffhaltigen Fünfringen, die zu einem größeren Ring miteinander verknüpft sind. In dessen Mitte sitzt das Metallatom - im konkreten Fall ein Platinatom. Die weiteren molekularen Details wählten die Forscher so, dass ihr sattelförmiges Porphyrin Licht im infraroten Bereich abstrahlt. Und das sehr effizient, wenn es in die Emitterschicht einer OLED eingelagert wird.

Angewandte Chemie: Presseinfo 03/2007

Autor: Mark E. Thompson, University of Southern California, Los Angeles (USA), http://chem.usc.edu/faculty/Thompson.html

Angewandte Chemie 2007, 119, No. 7, 1127-1130, doi: 10.1002/ange.200604240

Angewandte Chemie, Postfach 101161, 69495 Weinheim, Germany.

Dr. Renate Hoer | idw
Weitere Informationen:
http://presse.angewandte.de
http://chem.usc.edu/faculty/Thompson.html

Weitere Berichte zu: Dotierstoff Emitterschicht Leuchtdiode OLED

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen
23.05.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

nachricht Mikro-Lieferservice für Dünger
23.05.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie