Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Proteinfamilie entdeckt

22.01.2001


Sie entdeckten das neue Protein: (von

l.n.r.): Dr. Joachim Kuhn, Prof. Dr. Knut Kleesiek, Dr. Christian

Götting und Dr. Thomas Brinkmann)


... mehr zu:
»Bindegewebe »Protein
Xylosyltransferase (XT) heißt ein bisher unbekanntes Protein, das Wissenschaftler am Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin des zur RUB gehörigen Herz- und Diabeteszentrums NRW in Bad Oeynhausen
entdeckt haben. Das Enzym XT ist wesentlich am Aufbau von Strukturen im Bindegewebe beteiligt, das die Eigenschaft besitzt Wasser zu binden. Die im Blut enthaltene Menge des Proteins kann z.B. Aufschluss über das Fortschreiten bestimmter Krankheiten, wie etwa der Sklerodermie geben. Das Gen zur Bildung des neuen Proteins ist mittlerweile patentiert.

 Für ihre Entdeckung sind die Wissenschaftler mit dem Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie ausgezeichnet worden.

Protein macht Haut und Knorpel elastisch

Die Xylosyltransferase leitet im Bindegewebe die Bildung des Zuckeranteils von Zucker-Protein-Verbindungen ein, die Wasser binden. Dadurch wird z. B. die Elastizität des Gelenkknorpels und der Haut bestimmt. In der Schwangerschaft ist der Wasseranteil des Bindegewebes besonders hoch, so dass es zu einem Anschwellen der Haut kommt, über das viele Frauen während der Schwangerschaft berichten. Auch im Verlauf des weiblichen Monatszyklus kommen ähnliche Veränderungen vor, die von einem Anstieg des Proteins begleitet werden. Bei Sklerodermie, einer Krankheit, bei der der Körper zu viel Bindegewebe produziert, so dass die Elastizität der Haut verloren geht und auch innere Organe Schaden nehmen können, ist die Aktivität der Xylosyltransferase ebenfalls deutlich erhöht. Eine Bestimmung der Proteinmenge kann als Kenngröße für den Fortschritt der Krankheit dienen.

Verwandte aus der Proteinfamilie

Bei der Untersuchung des menschlichen Genoms haben die Forscher inzwischen noch ein weiteres, sehr ähnlich aufgebautes Protein gefunden, das sie Xylosyltransferase II (XT-II) nennen. Nach diesem zweiten Fund gehen sie davon aus, dass sie auf eine neue, bisher unbekannte Proteinfamilie gestoßen sind. Die Bedeutung der Proteine für die Medizin wird in Zukunft weiter untersucht werden. Da die Ursache für viele Erkrankungen des Bindegewebes noch unbekannt sind, wird sich noch herausstellen müssen, ob Veränderungen im Aufbau des neuen Eiweißkörpers hier eine Rolle spielen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. med. Knut Kleesiek, Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin, Herz- und Diabeteszentrum NRW, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, Georgstr. 11, 32545 Bad Oeynhausen, Tel. 05731/97-1390, Fax: 05731/97-2307, E-Mail: kkleesiek@hdz-nrw.de

Dr. Josef König | idw

Weitere Berichte zu: Bindegewebe Protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf dem Weg zur Schnupfimpfung
22.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Gehirnregion vermittelt Genuss am Essen
22.08.2017 | Max-Planck-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik