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Fortschritt für den Patienten: Neue Prüfmethode für Ballonkatheter

11.12.2001


Mit dem Förderpreis 2001 der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (DGBMT) wurde Dr.-Ing. Marc Kraft, TU-Absolvent und Lehrbeauftragter am Fachgebiet Biomedizinische Technik der TU Berlin, ausgezeichnet. Er erhielt den mit 10.000 DM dotierten Preis für seine Dissertation über Prüfstand für Ballonkatheter.

In der Arbeit "Entwicklung eines multifunktionalen Prüfstandes und Durchführung vergleichender Untersuchungen an Ballonkathetern zur Dilatation von Koronararterien" behandelt Marc Kraft Prüfmöglichkeiten für Ballonkatheter. Ballonkatheter werden eingesetzt, um Verschlüsse von Herzkranzgefäßen wieder zu öffnen. Solche Herzkrankheiten sind in allen Industrienationen Patientenkiller Nr. 1. Entsprechend hoch ist das Interesse an der Untersuchung der technischen Eigenschaften und der Qualität der eingesetzten Ballons, um möglichst wenige Zwischenfälle durch unzureichendes Material oder schlechte Konstruktion zuzulassen. Durch den Bau einer entsprechenden Apparatur unter möglichst genauer Nachbildung der physiologischen Gleit-Reibungsverhältnisse in den Herzkranzgefäßen und Messung sehr vieler relevanter Parameter mit dafür ausgesuchten Sensoren konnte der Preisträger diese Aufgabe lösen. Auf diese Weise konnte er eine wesentliche Lücke zwischen Laborversuchen zu relevanten Eigenschaften von Ballonkathetern und industriell nutzbarer Technik schließen und damit die Heilungschancen für Herzpatienten verbessern.

Mit dem von der Familie Klee gestifteten Preis sollen junge Forscherinnen und Forschern, die auf dem interdisziplinären Gebiet der Biomedizinischen Technik tätig sind, gefördert werden. Der Preis wird jährlich verliehen. Die Wahl des Preisträgers erfolgt durch ein fünfköpfiges Preiskomitee, das derzeit ausnahmslos mit Hochschullehrern aus dem Bereich der Biomedizinischen Technik besetzt ist.

Der 1967 in Hennigsdorf geborene Marc Kraft studierte von 1985 bis 1989 an der Offiziersfachschule für Militärflieger in Bautzen die Fachrichtung Jagdflieger. In der Zeit von 1990 bis 1995 absolvierte er ein Studium des Maschinenbaus an der TU Berlin, das er nach nur neun Semestern mit der Note "mit Auszeichnung" abschloss. Er lag somit sechs Semester unter der durchschnittlichen Studiendauer in seinem Fach und erhielt für diese Leistung den mit 8.000,- DM dotierten Erwin-Stephan-Preis der TU Berlin. 1999 promovierte er bei Professor Dr.-Ing. Ulrich Boenick am Institut für Konstruktion, Mikro- und Medizintechnik der TU Berlin. Seit 1999 ist er bei der Vanguard AG als Leiter der Abteilung Entwicklung und Konstruktion und darüber hinaus als Lehrbeauftragter für das Gebiet "Minimal invasive Techniken in der Medizin" an der TU Berlin tätig.

Ramona Ehret | idw

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