Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flug der Libellen erforscht

12.05.2006
Radiosender liefert Informationen über Insektenwanderung

Bis zu 137 Kilometer können Libellen auf ihrer Wanderung in wärmere Gefilde täglich zurücklegen. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam der Universität in Princeton, die diese Flüge mit Hilfe von kleinen Sendern mitverfolgt haben. Erstmals haben Wissenschaftler die Zugbahnen der Insekten genauer untersucht und berichten darüber in der jüngsten Ausgabe des Magazins Biology Letters.


C. Ziegler/ Biology letters

Die Libelle der Spezies Anax junius legt jedes Jahr weite Strecken zurück. Bisher ist allerdings kaum etwas Genaueres über die Routen oder die Strategie der Wanderungen bekannt gewesen. Nun haben Forscher den Libellen kleine Sender am Hinterleib angebracht und den Flug, der von der Ostküste der USA in den Süden führte, mit einem Flugzeug nachvollzogen. Die Daten machten deutlich, dass die Libellen ähnliche Wanderungen durchführen wie Zugvögel. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es einen evolutionären Zusammenhang im Verhalten der Tiere geben muss. "Insekten sind viel länger auf der Welt als Vögel. Daher nehmen wir an, dass sie seit längerer Zeit wandern", so David Wilcove von der Princeton University, einer der Leit-Autoren der Studie.

Tatsächlich weist die Migration der Insekten einige Besonderheiten im Verhalten auf. So zogen die Libellen nur dann weiter, wenn es zwei aufeinander folgende kühlere Nächte gab. Die Forscher subsumieren daraus, dass die Tiere wissen, dass eine Kältefront die bevorzugten Nordwest-Winde bringen. Eine weitere Besonderheit war der Richtungswechsel, wenn ein größeres Gewässer in Sichtnähe kam. Daraus schlossen die Forscher, dass die Tiere damit verhindern wollen, auf das offene Meer zu gelangen.

... mehr zu:
»Eier »Insekt »Libellen »Wanderung

Die kleinen Sender, die etwa ein Drittel Gramm wogen, waren mit Batterien, die etwa zehn Tage lang hielten, ausgestattet. Die Forscher befestigten die Sender mit ein paar Tropfen Superkleber. Ganz geklärt werden konnte das Geheimnis der Libellen allerdings immer noch nicht, denn die meisten Sender-Batterien waren bereits leer ehe die Tiere ihr Ziel erreichten. In Zukunft wollen die Forscher mit noch besserem High-Tech-Equipment anrücken. "Ein Traum wäre es den Weg der Libellen mit Hilfe von Satelliten zu verfolgen", meint Willcove.

Eine weitere Besonderheit der Spezies Anax junius ist die Paarung: Die Tiere legen die Eier in einem Paarungsrad, auch Tandem genannt, ab. Die Eier werden in Pflanzen eingebohrt. Fremde Männchen greifen die Tandems an und versuchen diese zu trennen. Die Attacken können so heftig sein, dass die erschöpften Tiere ins Wasser fallen und ertrinken.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pubs.royalsoc.ac.uk

Weitere Berichte zu: Eier Insekt Libellen Wanderung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Entzündung weckt Schläfer
29.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Rostocker Forscher wollen Glyphosat „entzaubern“
29.03.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten