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Entfernung eines einzelnen Gens macht autistisch

04.05.2006


Pten für soziale Interaktion und Empfindlichkeit entscheidend



Wissenschafter der University of Texas haben durch das Entfernen eines einzelnen Gens in entscheidenden Bereichen des Gehirns autistische Mäuse geschaffen. Tiere ohne das Gen Pten verfügten über Eigenschaften wie eine nur schwach ausgebildete soziale Interaktion und eine hohe Empfindlichkeit. Das Team unter der Leitung von Luis Parada vom Center for Developmental Biology hofft in Neuron, dass die neuen Erkenntnisse zu einem besseren Verständnis der Ursachen dieser Krankheit führen. Simon Baron Cohen vom erklärte laut BBC, dass noch viel Arbeit erforderliche sei, bevor an eine Anwendung beim Menschen gedacht werden könne.

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Die Forscher untersuchten Mäuse bei denen das Gen in erwachsenen Nervenzellen in der Großhirnrinde und im Hippokampus beseitigt worden war. Diese Bereiche werden mit höheren Gehirnfunktionen wie Lernen und Gedächtnis in Zusammenhang gebracht. Die Tiere verhielten sich im Vergleich zu anderen Mäusen aus dem gleichen Wurf in mehr als einer Hinsicht sozial außerhalb der Norm. Die gentechnisch veränderten Tiere verfügten über geringere soziale Fähigkeiten und waren deutlich weniger an neuen Tieren interessiert, die in den Käfig kamen. Sie zeigten in einem leeren Käfig und in einem Käfig mit einem anderen Tier das gleiche Interesse. Damit spiegelten die Mäuse das Verhalten von Kindern wieder, die an autistischen Erkrankungen leiden. Die Gen-Mäuse waren ebenfalls weniger daran interessiert Nester zu bauen oder sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Sie reagierten jedoch empfindlicher auf stressreiche Reize wie laute Geräusche oder das Aufgehobenwerden.

Die Untersuchung der Gehirne der Tiere zeigte, dass sie wie autistische Menschen über ein erhöhtes Gehirnvolumen und vergrößerte Schädel verfügten. Parada betonte, dass es großartig wäre, wenn man endlich die entscheidenden Gehirnregionen identifiziert hätte. Anthony Wynshaw-Boris und Joy Greer von der University of California http://www.ucsd.edu in San Diego zeigten sich von den aktuellen Forschungsergebnissen begeistert. Sie geben jedoch zu bedenken, dass die Tiere andere autistische Verhaltensweisen wie immer wiederkehrende Handlungen nicht aufwiesen. Erkrankungen aus dem autistischen Spektrum beeinflussen die Art und Weise wie eine Person kommuniziert und mit den Menschen ihrer Umgebung interagiert. Sie treten am ehesten in der Kindheit auf. Betroffen sind rund 90 von 10.000 Personen. Jungen erkranken im Allgemeinen häufiger als Mädchen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.utdallas.edu
http://www.neuron.org
http://www.autismresearchcentre.com

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