Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Schutzanstrich aus nachwachsenden Rohstoffen gegen Graffitis

03.05.2006
BMELV fördert Entwicklung innovativer Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

Ein umweltfreundlicher Schutzanstrich aus nachwachsenden Rohstoffen könnte Bauwerke zukünftig vor Beschmierungen schützen. Dies ist das Ergebnis eines vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Vorhabens beim Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung Potsdam-Golm (IAP).

Graffitis sind oft kreativ und künstlerisch wertvoll, auf der eigenen Hausfassade aber unerträglich. Lösungsansätze des Problems gab es einige, auch sie waren jedoch mit Nachteilen verbunden. Während synthetische schmutzabweisende Beschichtungen die Atmungsaktivität des Mauerwerks blockten, nahm bei der Bearbeitung mit dem Sandstrahlgebläse auch die Fassade Schaden. Der Anti-Graffiti-Anstrich des IAP arbeitet daher nach einem ganz anderen Prinzip.

Hier wird ein atmungsaktiver polymerer Schutzfilm aus Grundierung und Deckschicht auf die Fassade aufgebracht. Die wasserlösliche und quellbare Grundierung wird dabei von der wasserunlöslichen, aber wasserdampfdurchlässigen Deckschicht geschützt. Erst im Ernstfall zeigt die Grundierung ihre Qualitäten. Rückt man den Graffitis dann nämlich mit dem Dampfdruckreiniger zu Leibe, quillt die Grundschicht auf und lässt sich mitsamt der Farbe von der Fassade absprühen.

Die Hauptarbeit der Golmer Forscher bestand darin, für beide Schichten die richtigen Zusammensetzungen zu finden. Denn das entscheidende Element ihrer Beschichtung ist ein Polyelektrolytsystem, durch das die unterschiedliche geladenen Schichten miteinander verbunden sind. Während für die Grundierung anionische Polymere wie Carboxymethylcellulosen und Stärkederivate erprobt wurden, griff man für die Deckschicht auf Chitosane zurück. Erste Tests zeigten, dass der Schutzfilm auch nur dann funktioniert, wenn er zum Untergrund passt. Egal ob Fliesen, Klinker, Sandstein, Eternit oder Wärmedämmverbundsysteme, für die wichtigsten Oberflächen stehen die Rezepturen inzwischen bereit. Zusammen mit der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) suchen die Wissenschaftler in Golm nun nach einem Industriepartner, der Herstellung und Vertrieb der patentgeschützten Produkte übernimmt.

Die Ergebnisse des Projekts sind ein Beispiel für eine Vielzahl von Anwendungen, in denen nachwachsende Rohstoffe bevorzugt gegenüber fossilen Rohstoffen eingesetzt werden können. Ausschlaggebend ist hierfür meist das überlegene technische Leistungsprofil der Produkte, verbunden mit wirtschaftlichen Vorteilen bei der Anwendung.

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de

Weitere Berichte zu: Deckschicht Fassade Graffitis Grundierung Rohstoff Schutzanstrich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?
16.01.2017 | Leibniz-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie