Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Protein in der Krebsentstehung entdeckt

21.04.2006
Ein Forschungsteam der Universität Zürich hat ein neues Protein im so genannten Wnt Signalweg entdeckt. Dieser Signalweg kontrolliert die Kommunikation zwischen Körperzellen und kann bei Fehlern Krebs auslösen.

Die Forschungsgruppe von Prof. Konrad Basler konnte nun nachweisen, dass Parafibromin - ein erst kürzlich entdecktes Protein mit bisher unbekannter Funktion - eine wichtige Rolle in der Kontrolle dieses Signalwegs spielt. Diese Entdeckung könnte neue Möglichkeiten für Therapie-Ansätze von Krebserkrankungen aufzeigen. Die Resultate der Studie werden am 21. April 2006 als Titelgeschichte in der renommierten Fachzeitschrift "Cell" publiziert.


Das Bild zeigt eine Mikroskopieaufnahme eines sich entwickelnden Drosophila-Auges (Zellmembran grün eingefärbt, das menschliche Protein Parafibromin blau eingefärbt). Mit solch transgenen Tieren konnte die Gruppe von Prof. Basler zeigen, dass das entsprechende Fliegen-Protein in seiner Funktion komplett durch das menschliche Parafibromin ersetzt werden kann. UZH

Höhere Organismen entwickeln sich von einer einzelnen Eizelle zu mehrzelligen Lebewesen. Diese Entwicklung funktioniert dank einer effizienten und kontrollierten Kommunikation zwischen den Zellen. Eines der wichtigsten Kommunikationssysteme ist der so genannte Wnt Signalweg. Er spielt eine Rolle während vielen Schritten in der Entwicklung vom Embryo zum ausgewachsenen Menschen sowie in der Erneuerung von Gewebe. Falsch kontrollierte Komponenten dieses Signalwegs sind verantwortlich für rund 90 Prozent aller Fälle von Dickdarmkrebs sowie vieler anderer Tumore. In den westlichen Industrieländern ist Dickdarmkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache nach Lungenkrebs. Lückenloses Wissen über das Zusammenspiel der Komponenten des Wnt Signalwegs ist daher für die Krebsforschung von grosser Bedeutung.

Die Forschungsgruppe von Prof. Konrad Basler am Institut für Molekularbiologie der Universität Zürich hat jetzt eine neue Komponente des Wnt Signalwegs entdeckt. Das Protein namens Parafibromin ist seit Jahren bekannt, doch wurde es bisher nie mit dem Wnt Signalweg in Verbindung gebracht. Prof. Baslers Mitarbeiter Christian Mosimann und George Hausmann konnten nun zeigen, dass Parafibromin an die zentrale Komponente des Wnt Signalwegs bindet, das beta-catenin Molekül. Parafibromin funktioniert im Zellkern während der Aktivierung der genetischen Programme, die durch das Wnt Signal gesteuert werden. Aufgrund dieser zentralen Rolle kann Parafibromin als wichtiges Protein für potenzielle Therapieansätze von Dickdarmkrebs angesehen werden.

Prof. Konrad Basler und sein Team forschen an der unscheinbaren Fruchtfliege Drosophila melanogaster. Diese verwendet während ihrer Entwicklung eine fast identische Signalkaskade wie der menschliche Wnt Signalweg. Dies ermöglicht, viele Daten aus der Forschung mit der Fliege auf den Menschen zu übertragen. In den letzten Jahren konnten so wesentliche Lücken im Verständnis des Wnt Signalwegs ausgefüllt werden.

Kontakt:
Prof. Konrad Basler, Universität Zürich
Tel: ++ 41 79 940 26 44
E-Mail: basler@molbio.unizh.ch
Christian Mosimann, dipl. mol biol., Universität Zürich
Tel: ++ 41 79 629 11 03
E-Mail: christian.mosimann@molbio.unizh.

Beat Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.unizh.ch/

Weitere Berichte zu: Dickdarmkrebs Parafibromin Protein Signalweg Wnt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung
22.03.2017 | Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

nachricht Mit voller Kraft auf Erregerjagd
22.03.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie