Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hitzeschmerz: Ein einziges Gen entscheidet

10.04.2006
CGRP als Ursache für Schmerzreaktion

Wissenschaftler aus vier Nationen, darunter Peter Reeh vom Institut für Psychologie der Universität Erlangen-Nürnberg, vermuten, dass nur ein einziges Gen das Hitzeschmerzempfinden regelt. Es geht um ein Neuropeptid mit der Bezeichnung CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide): Eine Substanz mit einer stark gefäßerweiternden Wirkung. CGRP lagert sich nach der Freisetzung an der Zelloberfläche ab und wirkt auf die Nervenenden zurück. Reeh fand heraus, dass dieses Peptid vermutlich das Schmerz-Signal bei Hitzeeinwirkung verstärkt.


Unterschiedliches Schmerzempfinden bei schwarzen und weißen Mäusen

Anlass für die Aussagen der Forscher bilden Experimente mit Inzuchtmäusen verschiedener Stämme, wobei der Hinterfuß der Tiere jeweils einem Hitzestrahl ausgesetzt wurde. Das auffallend unterschiedliche Verhalten beim Vergleich mit anderen Inzucht-Stämmen ließ eine genetisch bedingte unterschiedliche Schmerztoleranz vermuten. Die schwarzen Mäuse erwiesen sich bei diesen Versuchen als schmerzempfindlicher als die Weißen.

Es wurden mehrere Tests durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Unterschiede in der Schmerzempfindlichkeit bei den Mäusen tatsächlich vom freigesetzten CGRP verursacht wurden. "Nach einem Hitzereiz ist bei den weißen Mäusen erheblich weniger CGRP festzustellen als bei den schwarzen Mäusen. Wir können daher annehmen, dass eine erhöhte CGRP-Freisetzung auch mehr Nervenenden in Erregung setzt", erzählt Reeh im pressetext-Interview. "Wird die Substanz per Injektion zugeführt, zeigen sich die Mäuse jedoch alle gleich empfindlich. Die weißen Mäuse reagieren viel schneller auf den Hitzestrahl, während bei den schwarzen, ohnehin empfindsamen Tieren kein Unterschied festzustellen ist."

... mehr zu:
»CGRP »Gen »Mäuse »Spiegelmer

Gebremst werden kann die Schmerzreaktion durch eine Blockade der CGRP-Rezeptoren oder durch ein spiegelbildliches Bindemolekül - ein so genanntes Spiegelmer, ein neues Biotechnologie-Verfahren der NOXXON Pharma AG Berlin. "Ein Spiegelmer ist ein revolutionäres molekulares Medikament. Es bindet sich am freigesetzten CGRP und deaktiviert ihn, ohne dabei andere Reaktionen auszulösen", so Reeh gegenüber pressetext. Ob die Spiegelmer-Technologie auch als Medikament für Krankheiten angewendet werden kann, wird momentan klinisch geprüft. Bis darüber mehr bekannt ist, bleibt die Blockade von CGRP als neue Möglichkeit für schmerzlindernde Medikamente interessant. Migräne-Attacken lassen sich mit Hilfe von CGRP-Antagonisten bereits derzeit beenden.

Reanne Leuning | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de
http://www.noxxon.net

Weitere Berichte zu: CGRP Gen Mäuse Spiegelmer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscherteam der Universität Bremen untersucht Korallenbleiche
24.04.2017 | Universität Bremen

nachricht Feinste organische Partikel in der Atmosphäre sind häufiger glasartig als flüssige Öltröpfchen
21.04.2017 | Max-Planck-Institut für Chemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung