Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strategische Familienplanung beim Osterhasen?

14.03.2006


Deutsche Wildtier Stiftung erforscht Mehrfach-Vaterschaft des gefährdeten Feldhasen



Zur Osterzeit sind die sonst als Einzelgänger lebenden Feldhasen wieder in größeren Gruppen auf Wiesen und Äckern zu beobachten: es ist die Zeit der Paarung, der so genannten Hasen-Hochzeit. Die körperlich überlegende Häsin wählt nach einem Zweikampf nicht nur den Rammler mit dem vermeintlich "besten Erbgut". Mehr noch, neueste Untersuchungen der Deutschen Wildtier Stiftung zeigen, dass es nicht bei der Wahl des Einen bleibt. Oft liegt innerhalb eines Wurfs eine mehrfache Vaterschaft vor. Wissenschaftler sehen hier eine mögliche Strategie, um Inzucht zu vermeiden.

... mehr zu:
»Feldhasen »Männchen »Rammler »Vaterschaft


In Wettläufen und Boxkämpfen muss der werbende Rammler zeigen, dass er Ausdauer und Kraft besitzt. Nur dann erhält er die Chance, Nachwuchs mit der Häsin zu zeugen. So stellt sie sicher, das Männchen mit den besten Genen für ihren Nachwuchs gefunden zu haben. Professor Klaus Hackländer vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität Wien und Feldhasen-Experte der Deutschen Wildtier Stiftung fand mit seinen Kollegen jetzt heraus, dass die Feldhasen zur Erhaltung ihrer Art noch einen Schritt weiter gehen: Die Häsinnen paaren sich mit mehreren Rammlern.

Zusammen mit Dr. Franz Suchentrunk vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität für Bodenkultur Wien, führte Hackländer "Vaterschaftstests" durch. Die Ergebnisse belegen in mindestens 20 % aller Würfe eine multiple Vaterschaft. "Die Resultate bestätigen zum ersten Mal, dass sich weibliche Feldhasen in freier Wildbahn mit mehr als einem Rammler paaren", so Hackländer. Eine Strategie, die sich im Laufe der Evolution entwickelt haben könnte, um Inzucht innerhalb einer Population zu vermeiden. Denn Hasen sind sehr standorttreu, und somit steigt die Wahrscheinlichkeit der Verwandtschaft zwischen Männchen und Weibchen. "Die mehrfache Vaterschaft erhöht die effektive Populationsgröße und wirkt damit einem möglichen Verlust an genetischer Vielfalt entgegen", so der Experte weiter. "Insbesondere in isolierten Populationen mit niedriger Bestandsdichte kann das von entscheidender Bedeutung sein".

Und die Praxis? "Die Häsin kann durch den Vorgang der Kopulation den Eisprung einleiten", berichtet Professor Hackländer. Eine aktive Steuerung zur Wahl mehrerer Väter, wenn die Feldhäsin nach einer Paarung auf ein weiteres Männchen mit "gutem Erbgut" trifft.

Die gemeinnützige Deutsche Wildtier Stiftung mit Sitz in Hamburg wurde 1992 von Haymo G. Rethwisch gegründet. Ihr Ziel ist es, einheimische Wildtiere in ihren natürlichen Lebensräumen zu schützen und erlebbar zu machen. Die Deutsche Wildtier Stiftung zählt zu den bedeutendsten Stiftungen für Natur- und Wildtierschutz in Europa.

Pressekontakt
Deutsche Wildtier Stiftung
Sven Holst, Geschäftsführer, Billbrookdeich 210, 22113 Hamburg
Telefon: 040 / 73 33 93 31, Fax: 040 / 7 33 02 78, S.Holst@DeWiSt.de

Sven Holst | idw
Weitere Informationen:
http://www.DeutscheWildtierStiftung.de

Weitere Berichte zu: Feldhasen Männchen Rammler Vaterschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pflanzen gegen Staunässe schützen
17.10.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Erweiterung des Lichtwegs macht winzige Strukturen in Körperzellen sichtbar
17.10.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz