Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Muskelregenerierung

04.01.2006


Ein Hauptschwerpunkt bei der Entwicklung von Therapien ist die Bestimmung der Faktoren, die zum Altern des Muskels beitragen. Durch die Untersuchung der myogenen Zellfunktion im Rahmen von In-vivo-Experimenten konnten reale Informationen zur Zellproliferation gewonnen werden.



Wenn wir älter werden, verringert sich die Regenerierungsfähigkeit unseres Muskelgewebes. Bei Erwachsenen sind es die Satellitenzellen im Muskelgewebe, die auf diese verminderte Fähigkeit reagieren. Infolge einer Verletzung teilen sie sich, um mehr Stammzellen und neue Muskelzellen zu bilden. Im Laufe der durchgeführten Forschungsarbeiten wurde die Möglichkeit untersucht, dass diese Zellen aufgrund der lebenslangen Nutzung bei alten Menschen erschöpft sein können. Die Studie bezog die Implantierung von Zellen menschlicher Spender in Mäuse mit inkompetentem Immunsystem ein.



Myogene Zellen, also Zellen, die Muskelgewebe bilden können, wurden von Spendern zwischen 2 und 82 Jahren entnommen. Außerdem wurden Biopsien bei 3 Kindern mit Duchenne-Muskeldystrophie durchgeführt. Es wird vermutet, dass diese Krankheit durch Satellitenzellen ausgelöst wird, die vorzeitig altern. Die Zellproben wurden in Mäuse mit inkompetentem Immunsystem implantiert. Die Regenerierung dieser Zellen wurde durch die Untersuchung der Menge menschlicher DNA kontrolliert, die aus den Muskeln und den strukturellen Merkmalen entnommen werden konnte.

Bei Proben, deren Zellen äußerst myogen waren, konnte Folgendes beobachtet werden: Je jünger der Spender, desto größer die Proliferationskapazität sowohl in-vivo als auch in-vitro. Zellen älterer Spender stellten zwar immer noch Gewebe her, taten dies aber in einem geringeren Tempo. Dies zeigt, dass die Zellen trotz des kontinuierlichen Rückgangs des Wachstumsvermögens von Satellitenzellen im lebenden Muskel nicht erschöpft sind.

Außerdem wurde beobachtet, dass sich die Zellen mit niedriger Myogenizität bei den In-vitro-Tests vollkommen anders verhalten haben. Sie zeigten eine erhöhte Proliferationskapazität, längere Telomere, d.h. Schutzkappen am Ende des Chromosoms, sowie eine niedrigere Myogenizität des Gewebes, das sich bei der Implantation gebildet hat.

Es besteht die Hoffnung, dass durch die in-vitro beobachteten Wachstumseigenschaften eine Vorhersage über die Myogenizität menschlichen In-vivo-Gewebes abgeben werden kann. Durch weitere Entwicklungen könnte sich dies zu einem Prognoseinstrument entwickeln, das sich für Menschenversuche eignet.

Prof. Anton Wernig | ctm
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

Weitere Berichte zu: Muskel Muskelgewebe Myogenizität Satellitenzellen Spender

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers
28.04.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Forschungsteam entdeckt Mechanismus zur Aktivierung der Reproduktion bei Pflanzen
28.04.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie