Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pflanzen aus Afrika bergen Wirkstoffe gegen Tropenkrankheiten

17.11.2005


Erfolgreiche Kooperation zwischen Kinshasa und Würzburg

... mehr zu:
»Tropenkrankheiten »Wirkstoff

Virima Mudogo kommt aus Afrika. Vor Jahren hat er an der Uni Würzburg Chemie studiert und hier 1988 auch seinen Doktortitel erworben - heute ist er Vizepräsident der Universität Kinshasa. Der Professor aus der Demokratischen Republik Kongo hält sich derzeit wieder in Würzburg auf. Bei einem Treffen mit Universitätspräsident Axel Haase wurde nun vereinbart, die Zusammenarbeit der zwei Hochschulen weiter auszubauen.

Seit langem unterhält Mudogo eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Würzburger Naturstoffchemiker Professor Gerhard Bringmann. Beide widmen sich der Suche nach Wirkstoffen aus der Natur gegen Infektionskrankheiten wie Malaria, Leishmaniose, Bilharziose oder die Afrikanische Schlafkrankheit - allesamt oft tödliche Tropenkrankheiten, gegen die es bislang gar keine oder nur unzureichende Medikamente gibt.


Die Forscher haben in Pflanzen aus Zentralafrika bereits interessante neue Naturstoffe gefunden. Es handelt sich um zwei Alkaloide, die gegen die Erreger der Orientbeule (Leishmaniose) wirksam sind: Beide töten selektiv die Zellen des Krankheitserregers ab, ohne dabei toxisch auf die Zellen des Menschen zu wirken. Naturstoffchemiker, Pharmazeuten und Infektionsbiologen erforschen diese Alkaloide nun im Würzburger Sonderforschungsbereich (SFB) 630, dessen Sprecher Bringmann ist.

Entdeckt wurden die viel versprechenden Substanzen in einer Liane, die im kongolesischen Regenwald in der Gegend um Ikela beheimatet ist. Es handelt sich dabei um eine bislang nicht näher beschriebene Ancistrocladus-Art aus der Familie der Hakenast-Gewächse - diese Pflanzen hangeln sich mit Haken an den Urwaldriesen nach oben. In der Nähe der Stadt Ilebo wurden weitere Lianengewächse aus dieser Familie gefunden. Auch sie sind aus botanischer Sicht und wegen ihrer Inhaltsstoffe lohnende Untersuchungsobjekte, so Bringmann.

Seit Dezember 2003 verbindet die Universitäten Würzburg und Kinshasa ein Kooperationsvertrag, der eine Intensivierung der Kontakte in Forschung und Lehre anstrebt. Jüngster Höhepunkt der Zusammenarbeit war ein zweitägiges internationales Symposium im Juni 2005 in Kinshasa, das Mudogo und Bringmann gemeinsam organisiert hatten. Es befasste sich mit modernen Methoden in der Naturstoffchemie und wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) finanziell unterstützt.

Zu dieser Tagung brachte Bringmann fast 400 Bücher und Fachzeitschriften für die Bibliothek der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Kinshasa mit - ein Gastgeschenk der Uni Würzburg, gespendet von der Fakultät für Chemie und Pharmazie. Der Kongress diente auch der gemeinsamen Vorbereitung einer Tagung der panafrikanischen Naturstoffchemie-Vereinigung NAPRECA, die 2007 in Kinshasa stattfinden soll.

Weitere Impulse für ihre Partnerschaft erwarten beide Seiten vom Besuch des Dekans der Naturwissenschaftlichen Fakultät Kinshasa, Professor Okuma Kasende, im Frühjahr 2006 in Würzburg. Sowohl Haase als auch Mudogo betonten, dass Würzburg und Kinshasa die Knüpfung neuer Kontakte über die Grenzen der naturwissenschaftlichen Fakultäten hinaus vorantreiben sollten.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Gerhard Bringmann, T (0931) 888-5323, E-Mail: bringman@chemie.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Tropenkrankheiten Wirkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie