Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RUB-Forscher entwickeln Protein-Biochip: Erfolgreiche Diagnostik des kreisrunden Haarausfalls

02.11.2005


Protein-Biochips erkennen Antikörper im Blut
Erfolgreiche Diagnostik des kreisrunden Haarausfalls


RUB-Forscher berichten in Molecular&Cellular Proteomics


Mit einem mit Proteinen bestückten Biochip ist es Forschern des Proteom Centers der Ruhr-Universität Bochum um Prof. Dr. Helmut E. Meyer und Dr. Angelika Lüking gelungen, gezielt Antikörper der Autoimmunkrankheit Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall) im Blutserum von Patienten zu detektieren. Die Antikörper docken nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an die Proteine an und können dann mittels Fluoreszenz sichtbar gemacht werden. Zukünftig könnten Biochips zur parallelen Diagnostik unterschiedlicher Krankheiten eingesetzt werden und helfen, im Vorfeld herauszufinden, welches Medikament bei einem bestimmten Patienten wirksam sein wird (personalisierte Medizin). Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Molecular&Cellular Proteomics.


Autoimmunkrankheiten diagnostizieren

Protein-Biochips wird für die Zukunft ein großes Potential in der parallelen Analyse von komplexen Proben in der Forschung und im Bereich Diagnostik vorhergesagt. Die Chips, etwa so groß wie ein Mikroskop-Objektträger, sind mit Proteinen bestückt, an die bestimmte Antikörper andocken und sich dann sichtbar machen lassen. "Das Verfahren bietet sich besonders für die Untersuchung von Antigen-Antikörper-Bindungen im Bereich der Autoimmunerkrankungen an, da diese Krankheiten durch die Bildung von krankheitspezifischen Autoantikörpern charakterisiert sind", erklärt Dr. Angelika Lüking. "Mittels der Identifizierung der korrespondierenden Autoantigene lässt sich ein krankheitspezifisches Autoantikörperprofil messen."

37.000 Proteine untersucht

Forscher des Medizinischen Proteom Centers der Ruhr Universität haben gemeinsam mit Wissenschaftlern des Max-Planck-Institutes für Molekulare Genetik und der Charité Berlin eine Strategie zur Identifizierung potentieller Autoantigene entwickelt. Als Modellkrankheit untersuchten sie Alopecia areata, eine oft chronisch verlaufende Autoimmunerkrankung, die zu kreisrundem Haarausfall führt. Mit Hilfe großer sog. Expressionsbibliotheken humaner Proteine, die das Max Planck Institut zur Verfügung stellte, untersuchten sie das Autoantikörperprofil von Alopecia areata-Patienten gegenüber ungefähr 37.000 rekombinanten humanen Proteinen. Die so identifizierten Autoantigene verwendeten sie anschließend für die Herstellung eines krankheits-assoziierten Biochips zur Diagnostik von Alopecia areata.

Identifizierung neuer Autoantigene

"Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Protein-Biochip-Technologie sowohl das Potential zur Identifizierung und Evaluierung neuer Autoantigene, sowie zur Diagnostik basierend auf bereits charakteriserten Autoantigenen von Autoimmunerkrankungen hat", folgert Dr. Lüking. Für die Zukunft sind Biochips denkbar, die verschiedene Antikörper detektieren und so bei der Diagnostik unterschiedlicher Krankheiten helfen. Zudem könnte man aus den mittels Biochip ermittelten Antikörperprofilen Rückschlüsse ziehen, welches Medikament bei einem bestimmten Patienten wirksam sein wird.

Weitere Informationen

Dr. Angelika Lüking,
Protagen,
Otto-Hahn-Str. 15,
44227 Dortmund,
Tel. 0231/9742-6322,
E-Mail: angelika.lueking@protagen.de

Prof. Dr. Helmut E. Meyer,
Medizinische Proteomcenter der Ruhr-Universität Bochum,
ZKF 01/43,
44780 Bochum,
Tel. 0234/32-22427,
E-Mail: helmut.e.meyer@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bochum.de

Weitere Berichte zu: Alopecia Antikörper Autoantigene Biochip Diagnostik Haarausfall Protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen
23.05.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

nachricht Mikro-Lieferservice für Dünger
23.05.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie