Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Würzburger Bakterienforscher koordinieren europäisches Projekt

12.10.2005


Bakterien (rot) und Pilze (grün) schicken sich an, eine Zelle zu befallen. Der Kampf gegen krankheitserregende Mikroorganismen soll in einem Europäischen Forschungsnetzwerk nun weiter forciert werden. Bild: Hilde Merkert


Bei diesen roten Gebilden handelt es sich um Bakterien, die den wissenschaftlichen Namen "Enterococcus faecalis" tragen. Sie lösen vor allem bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem häufig schwere Infektionen aus. Bild: Hilde Merkert


Im Erbgut von krankheitserregenden Bakterien können Wissenschaftler Hinweise darauf finden, wie sich die Mikroben noch besser bekämpfen lassen. Um diese Forschung in Europa ganz nach vorn zu bringen, fördert die Europäische Union mit 6,7 Millionen Euro ein Netzwerk von 37 Spitzenlabors aus 13 Ländern. Koordiniert wird die Initiative namens "EuroPathoGenomics" an der Uni Würzburg unter der Leitung von Professor Jörg Hacker.


Auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten besteht Forschungsbedarf. Laut einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation sind diese Erkrankungen, verursacht durch Bakterien oder Viren, für ein Drittel aller Todesfälle weltweit verantwortlich. Außerdem werden viele Erreger gegen die verfügbaren Medikamente und Antibiotika zunehmend unempfindlich.

Bisher wurde bei etwa 200 krankheitserregenden Mikroben das komplette Erbgut entschlüsselt, an weiteren wird in aller Welt gearbeitet. Die Wissenschaft verspricht sich davon noch mehr Wissen über die Art und Weise, wie Mikroorganismen Krankheiten auslösen. Sie hofft zudem auf neue oder zusätzliche Möglichkeiten in Diagnostik und Therapie sowie bei der Entwicklung von Impfstoffen.


Hauptziel des Netzwerks EuroPathoGenomics ("European Virtual Institute for Functional Genomics of Bacterial Pathogens") ist es, die ungeheuren Datenmengen zu strukturieren und zu ordnen, die bei der Forschung am Erbgut von Mikroorganismen und deren Wirten anfallen. Hierdurch soll es möglich werden, die Wechselwirkungen zwischen Wirtszellen sowie krankheitserregenden und harmlosen Keimen zu entschlüsseln.

Das Netzwerk bündelt bestehende Initiativen, in denen das Erbgut von krankheitserregenden Mikroorganismen erforscht wird. So ist das an der Uni Würzburg angesiedelte deutsche Kompetenznetzwerk "PathoGenomik" ebenso integriert wie die Forschungsnetzwerke "Génopole" und "Pathopole" aus Frankreich, MICMAN aus Schweden und Finnland oder "Genau" aus Österreich.

Ein Schwerpunkt im Projekt ist die Einrichtung einer europäischen Graduiertenschule, der "European Graduate Academy". Dieses virtuelle Netzwerk fußt auf bereits existierenden nationalen Graduiertenkollegs. Es will jungen Wissenschaftlern ein umfangreiches Ausbildungsprogramm mit Seminaren, Vorlesungen, Vorträgen und praxisnahen Workshops bieten. Zudem soll es den Austausch von Wissen zwischen den Wissenschaftlern fördern und die Kommunikation im Netzwerk sowie die Verbreitung von Fachkenntnissen verbessern.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Jörg Hacker, T (0931) 31-2575, Fax (0931) 31-2578, E-Mail: j.hacker@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Bakterienforscher Bakterium Erbgut Mikrobe Mikroorganismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zebras: Immer der Erinnerung nach
24.05.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Wichtiges Regulator-Gen für die Bildung der Herzklappen entdeckt
24.05.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten