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Raupen fressen Medikamente gegen Parasiten

02.08.2005


Selbstmedikation erzeugt Schädlingsgift




Wissenschaftler der University of Arizona in Tucson haben entdeckt, dass Raupen gezielt Medikamente in Form von giftigen Pflanzen fressen, wenn sie von Parasiten geplagt werden. Dabei ändern die Tiere ihren gesamten Speiseplan, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature. Offensichtlich verändern die Schädlinge sogar den Geschmackssinn der Raupen.

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Das Verhalten der Raupen der Bärenspinner Grammia geneura (Bild) und Estigmene acrea, die in den Grasländern von Arziona leben, ist für Forscher sehr interessant, da normalerweise eine Veränderung der Lebensgewohnheit des Wirts dem Parasiten zugute kommt, erklärt Elizabeth Bernays von der University of Arizona. Parasitisch lebende Fliegen legen Eier auf die Haut der Raupen und bohren sich nach dem Schlüpfen bis ins Fleisch. Damit beginnt der Kampf ums Überleben der Raupe. Der Parasit ernährt sich von dem üppigen Gewebe der Raupe ehe er sich verpuppt und aus dem inzwischen toten Wirt fällt. Die Raupe schützt sich aber - und das macht sie indem sie ihre Nahrung umstellt und für die Maden giftige Pflanzen frisst.

Die Raupe verändert ihr gesamtes Fressverhalten und nimmt, anders als sonst wesentlich weniger Nahrung zu sich. Die ausgesuchten Pflanzen wie zum Beispiel der Wegerich produzieren chemische Stoffe wie Pyrrolizidin-Alkaloide und iridoide Glykoside. Diese setzen sich nicht nur im Körper der Raupe, sondern auch auf ihrer Haut an. Bernays Forscherteam hat entdeckt, dass die Geschmackszellen in einer von Parasiten befallenen Raupe verändern und sie daher auf chemische Substanzen in der Nahrung anders reagiert. Dadurch nimmt die Raupe auch Pflanzen zu sich, die sie sonst als Nahrung verschmäht.

Unklar ist den Forschern allerdings noch, wie die Raupen eine derartige Antwort entwickeln können. "Dies ist eine höchst überraschende Interaktion zweier Lebewesen", meint Bernays.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.arizona.edu/
http://www.nature.com

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