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Genetischer Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Psychosen aufgedeckt

09.05.2005


Eine Studie der neuseeländischen University of Otago hat ein internationales Wissenschaftlerteam zu einem Gen geführt, das für den Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum im Jugendalter und die spätere Entwicklung psychotischer Störungen verantwortlich ist.



Bei Personen, die über eine bestimmte Form dieses Gens verfügten, wurde eine fast elffach erhöhte Wahrscheinlichkeit festgestellt, an einer Psychose zu erkranken, wenn sie in ihrer Jugend Cannabis konsumiert hatten. Dieses Risiko ist vergleichbar mit der Wahrscheinlichkeit, dass Raucher, die täglich ein Päckchen Zigaretten konsumieren, in ihrem Leben an Lungenkrebs erkranken.

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Das internationale Forscherteam mit Wissenschaftlern aus Neuseeland, England und den USA nutzte für seine Untersuchungen Daten aus einer multidisziplinären Langzeitstudie, die an der University of Otago durchgeführt wurde. Dabei konzentrierten sie ihre Aufmerksamkeit vor allem auf das Catechol-O-Methyltransferase-Gen (COMT), da dieses bekanntermaßen eine zentrale Rolle bei der Produktion von Dopamin spielt. Dopamin ist ein Überträgerstoff oder Neurotransmitter, dem eine entscheidende Rolle bei Schizophrenie-Erkrankungen zugerechnet wird.

Die "Dunedin Multidisciplinary Health & Development Study", auf deren Daten sich die Forscher stützen, stellt eine der längsten und detailliertesten Kohortenstudien der Welt dar. Über eintausend junge Menschen wurden seit ihrer Geburt im neuseeländischen Dunedin bis ins Erwachsenenalter hinein beobachtet. Die Teilnehmer wurden im Alter von dreizehn, fünfzehn und achtzehn Jahren nach ihrem Cannabiskonsum befragt, auf die bei ihnen vorliegende Variante des COMT-Gens hin untersucht und bis zum Alter von sechsundzwanzig auf das Auftreten von eventuellen psychischen Auffälligkeiten hin beobachtet.

"Unsere Ergebnisse bestätigen den wachsenden Konsens darüber, dass weder Veranlagung noch Erziehung allein, sondern beide Faktoren zusammen für das Verhalten und den Gesundheitszustand von Personen verantwortlich sind", erläutert Professor Richie Poulton, Leiter der Studie. "Dies erklärt, warum der Konsum von Cannabis bei bestimmten Personen gravierende Folgen hat, während die meisten Konsumenten keine Schäden davontragen. Wir hatten dafür bereits genetische Ursachen vermutet, aber bis zu den nun vorliegenden Ergebnissen war kein Gen identifiziert worden."

Die Ergebnisse der Studie werden noch in diesem Monat in der Fachzeitschrift Biological Psychiatry veröffentlicht.

Weitere Informationen in englischer Sprache:
Associate Professor Richie Poulton
Director, MultiDisciplinary Health & Development Study
Tel: 0064 3 4798504, Email: richie.poulton@dmhdru.otago.ac.nz

Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Verwaltungsstelle aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland und Österreich, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
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