Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beim Kleinen Blasenmützenmoos ist der Anfang gemacht

22.04.2005


Genom-Analyse zeigt erste Ergebnisse


Das Kleine Blasenmützenmoos ist weltweit die erste Nichtsamenpflanze und die vierte Pflanze überhaupt, deren Genom entschlüsselt wird. Die ersten Informationen über das Genom des kleinen Blasenmützenmooses sind diese Woche im Internet veröffentlicht worden. 500 Millionen Basenpaare sind mit der von dem Genomforscher Craig Venter entwickelten "Shotgun"-Analyse untersucht worden. Dieser Vorgang wird noch achtmal wiederholt. Bei dieser so genannten Schrotflintenmethode liegt keine genaue Genkarte vor. Doch die Anordnung der Basenpaare erlaubt nach mehrmaliger Analyse eine Aussage, bei welchen Basenpaaren ein Gen beginnt und endet.
Das Moos mit dem wissenschaftlichen Namen Physcomitrella patens begann seine Karriere als Modellpflanze am Lehrstuhl für Pflanzenbiotechnologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Auf dem internationalen Mooskongress, der 2004 in Freiburg stattfand, beschloss ein internationales Konsortium von Moosforschern die Gensequenzen des Blasenmützenmooses aufzuklären. Möglich wurde das Projekt durch die Zusage des Joint Genome Institute (JGI) in Walnut Creek, Kalifornien, das vom amerikanischen Energieministerium finanziert wird.

Den Antrag auf Entschlüsselung des Genoms haben Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten, England, Japan und Deutschland gestellt. Die Freiburger Pflanzenbiotechnologie ist das führende Institut in der Forschung zu Physcomitrella patens. Hier liegt die nach Einschätzung der Pflanzenbiotechnologen weltbeste Datenbank zu den proteincodierenden Gensequenzen vom Blasenmützenmoos. Die Freiburger Pflanzenbiotechnologie unter der Leitung von Professor Dr. Ralf Reski übernimmt einen großen Teil der Arbeit bei der Zusammenführung der "Schrotschussteile" aus der ersten Analysearbeit.

Neben dem ökonomischen Potenzial der kleinen Pflanze als Lieferant von biologisch interessanten Stoffen versprechen sich die Wissenschaftler einen Einblick in die genetische Entwicklung der Landpflanzen. Als eine der ersten Landbewohner hat sich das Blasenmützenmoos in seiner genetischen Ausstattung kaum verändert und zeigt auch in der äußeren Form wenig Variation. Mit einer ersten genauen Genkarte rechnen die Forscher Ende des Jahres.

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.Plant-biotech.net
http://www.Cosmos.org

Weitere Berichte zu: Basenpaare Blasenmützenmoos Genom Pflanzenbiotechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht 'Fix Me Another Marguerite!'
23.06.2017 | Universität Regensburg

nachricht Schimpansen belohnen Gefälligkeiten
23.06.2017 | Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPIMIS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften