Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wasser effizient entkeimen

08.04.2005


Mikroben mit ultravioletter Strahlung zu sterilisieren, ist in vielen Kläranlagen Usus. Wirkungsgrad und Lebensdauer der eingesetzten Strahler bestimmen dabei, wie effizient eine Anlage arbeitet. Der Prototyp einer verbesserten UV-Lichtquelle arbeitet mit Mikrowellen.


Im Ablaufgerinne einer Kläranlage fließt Wasser von links nach rechts und wird in der Mitte flächig mit UV-Licht bestrahlt. © Fraunhofer TEG



Gegen Mikroben hilft UV-Licht. Daher werden Abwässer - zum Beispiel aus Tierkörperbeseitigungsanstalten oder Krankenhäusern - nach der Reinigung in der Kläranlage zusätzlich noch mit UV-Licht bestrahlt. Auch Betreiber kommunaler Kläranlagen setzen zunehmend diese Technik ein - insbesondere dann, wenn sich in der Nähe Badegewässer befinden. Sogar zur Aufbereitung von Trinkwasser und für Schwimmbäder ist dieses Entkeimungsverfahren bewährt und elegant, zumal keine Chemikalien benötigt werden. Ultraviolette Strahlung mit einer Wellenlänge um 254 Nanometer schädigt das Erbgut von Bakterien, Pilzen und Viren derart, dass bei ausreichend hoher Dosis nahezu alle Keime ihre Fähigkeit verlieren, sich zu vermehren. Nachteil der zumeist verwendeten Quecksilberdampflampen: Ihre Leistung fällt allmählich ab und die Lebensdauer liegt im Dauerbetrieb bei unter einem Jahr. Mit Wirkungsgraden von 5 bis 35 Prozent erwärmt das Gros der eingesetzten elektrischen Energie lediglich das Wasser. Ein neues Konzept für einen UV-Lichtstrahler wurde im EU-Projekt "PlasLight" entwickelt. Da der Strahler ohne verschleißende Elektroden auskommt, ist er besonders langlebig. Projektpartner sind Unternehmen und Institute aus vier EU-Ländern - darunter Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT und von der Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe TEG.



Die Funktionsweise der neuen UV-Quelle unterscheidet sich gänzlich von herkömmlichen Lampen: Magnetrons erzeugen Mikrowellenstrahlung, die über Zuleitungen eine Kammer erreichen. In der darin eingeschlossenen Gasmischung entsteht ein Plasma, das dann UV-Licht abstrahlt. Im derzeit am weitesten entwickelten Prototypen geht es durch zwei 40 x 40 Zentimeter große Quarzplatten auf das vorbeiströmende Wasser über. "Wichtig ist die Zusammensetzung des Gases", verrät Projektleiterin Anja Flügge, "denn darüber können wir - im Gegensatz zu herkömmlichen Lampen - die Wellenlänge der emittierten Strahlung in gewissen Grenzen einstellen. Dadurch lässt sich die UV-Quelle auf verschiedene Keimarten anpassen."

Eingebettet ist der Strahler in einen mobilen Versuchsstand, der im Wesentlichen aus einem oben offenen Kanal ("Gerinne") und der UV-Lichtquelle besteht. So lässt sich bei Kunden das jeweilige Wasser unter realen Bedingungen behandeln und untersuchen. Während der IFAT in München präsentieren die Forscher ihre "PlasLight"-Anlage vom 25. bis 29. April. Auf der "Leitmesse für Umwelt und Entsorgung" kann sie in Halle B2 besichtigt werden.

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Kläranlage Strahler Strahlung UV-Licht UV-Quelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Blattkäfer: Schon winzige Pestizid-Dosis beeinträchtigt Fortpflanzung
26.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Akute myeloische Leukämie (AML): Neues Medikament steht kurz vor der Zulassung in Europa
26.07.2017 | Universitätsklinikum Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops