Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

NanoBionics III: Von Biomolekülen zu technischen Anwendungen

31.03.2005


Wie verbindet man künstliche Prothesen mit Nervenzellen? Wieso hilft ein Käfer, neue Infrarotsensoren zu entwickeln? Wie schafft man es, dass Spinnenseide härter wird wie Stahl? - Forscher aus aller Welt diskutieren auf der Konferenz NanoBionics III funktionale biologische Moleküle und ihre Potenziale in der Anwendung



Vom 4. bis 8. April 2005 wird die Philipps-Universität Marburg in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen die dritte NanoBionics-Konferenz abhalten. Es werden Gäste unter anderem aus den USA, Japan, China, Russland, Indien, Israel sowie vielen Ländern Europas erwartet. Hauptthema der Konferenz sind funktionale biologische Moleküle auf Protein- beziehungsweise DNA-Basis. Zu weiteren Themen gehören Biomineralisation, Zellsysteme und Bioelektronik. Veranstaltungsort ist das Schloss in Ebsdorfergrund bei Marburg. Die NanoBionics III wird veranstaltet von Professor Dr. Norbert Hampp und Dr. Frank Noll vom Fachgebiet Physikalische Chemie der Philipps-Universität sowie von Professor Dr. Gottfried Wagner vom Fachbereich Biologie der Universität Gießen.



Die Themen der NanoBionics III reichen über naturwissenschaftliche Erkenntnisse bis hin zur Vermarktung von Erfindungen aus Nanotechnologie und Nanobionik. Einige der Highlights in Stichworten:

- Computer auf Basis von DNA-Molekülen. Biomolekulare Systeme, die komplexe Aufgabenstellungen wie beispielsweise das "Handlungsreisendenproblem" lösen, wird Ehud Keinan von Technion - Israel Institute of Technology präsentieren.

- Neuronen auf Mikrochips. Wie einzelne Neuronen funktionsfähig mit Siliziumchips verbunden werden können - ein Projekt, das gemeinsam mit dem Chiphersteller Infineon bereits verwirklicht und mit dem Philipp-Morris-Preis 2004 ausgezeichnet wurde - wird Preisträger Peter Fromherz vom Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried, vorstellen. Mit Hilfe dieser zukunftsweisenden Technologie lassen sich beispielsweise elektronische Prothesen bauen, die Hirngewebe stimulieren, um die Folgen von Gewebeschädigungen zu mindern.

- Infrarotrezeptoren, der Natur abgeschaut. So genannte pyrophile, "feuerliebende", Käfer steuern mit Hilfe ihrer Infrarotsensoren abgebrannte Wälder an und legen dort ihre Eier ab. Helmut Schmitz von der Universität Bonn wird darüber berichten, welches Funktionsprinzip diesen Sensoren zugrunde liegt und wie es der Nanobionik gelingt, Infrarotsensoren auf Biopolymerbasis auch für technische Zwecke zu realisieren.

- Künstliche Spinnenseide, pro Gewichtseinheit härter als Stahl. Entwickelt wurde diese Technologie von Frank Ko von der Drexel University (Philadelphia, USA), der sie in Marburg vorstellen wird. Unter dem Namen "Biosteel" wird sie mittlerweile industriell hergestellt und wurde beispielsweise für schusssichere Westen erprobt

- Nanotechnologiefonds. Fondsmanager Marco Beckmann von der Frankfurter Nanostart AG wird über die wirtschaftlichen Aussichten von Fonds berichten, die sich speziell auf Nanotechnologie ausgerichtet haben.

Interessierte Journalisten sind herzlich zur NanoBionics III eingeladen. Bitte melden Sie sich bei den Organisatoren an (Kontaktadressen siehe unten).

Der Begriff der Nanobionik - erst vor wenigen Jahren von Marburger Forschern geprägt - bezeichnet einen Zweig der Nanotechnologie, der Funktionsprinzipien biomolekularer Systeme auf technische Systeme überträgt. Die NanoBionics III ist eine Folgeveranstaltung zu den erfolgreichen ersten beiden Konferenzen in den Jahren 2000 und 2002.

Weitere Informationen

Professor Dr. Norbert Hampp: Philipps-Universität Marburg, Fachgebiet Physikalische Chemie, Hans-Meerwein-Straße (Gebäude H), 35043 Marburg, Tel.: (06421) 28 25775, E-Mail: hampp@chemie.uni-marburg.de

Dr. Frank Noll: Philipps-Universität Marburg, Fachgebiet Physikalische Chemie, Hans-Meerwein-Straße (Gebäude H), 35043 Marburg, Tel.: (06421) 28 25424, E-Mail: noll@chemie.uni-marburg.de

Professor Dr. Gottfried Wagner: Justus-Liebig-Universität Gießen, Fachbereich Biologie, Senckenbergstraße 3, 35390 Gießen, Tel.: (06421) 99 35111, E-Mail: gottfried.wagner@bot3.bio.uni-giessen.de

Thilo Körkel | idw
Weitere Informationen:
http://www.nanobionics3.de
http://www.nanobionics3.de/program.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht 'Fix Me Another Marguerite!'
23.06.2017 | Universität Regensburg

nachricht Schimpansen belohnen Gefälligkeiten
23.06.2017 | Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPIMIS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften