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Keratin-Knochenersatz aus Neuseeland könnte Knochenheilung revolutionieren

24.01.2005


Forscher der University of Otago haben ein auf Keratin basierendes Hilfsmittel entwickelt, das eine schnellere, bessere und natürliche Knochenheilung unterstützt. Der Keratin-Knochenersatz, entwickelt von Dr. George Dias und Dr. Phil Peplow, könnte bald in der Heilung schwerer Brüche Einsatz finden und bisher verwendete Materialien wie Stahlplatten oder Titanschrauben ersetzen.



Keratin ist ein Protein, das in Haaren, Haut oder Fingernägeln, aber auch in Hörnern, Hufen und der Wolle von Tieren zu finden ist. Es ist widerstandsfähig und vielseitig einsetzbar und wird bereits für die Entwicklung verschiedener medizinischer und anderer Materialien verwendet. Materialien aus Keratin lassen sich in fast jeder Konsistenz erzeugen - von Hydrogel bis zu Substanzen, die fast so hart sind wie Knochen.



Der von Dr. Dias und Dr. Peplow entwickelte Keratin-Knochenersatz hat eine Vielzahl von Vorteilen. Er wird nicht vom Körper abgestoßen und ist komplett biologisch abbaubar, d.h. der Patient behält keine Stahlplatten oder andere Materialien im Körper zurück. Das Material ist darüber hinaus absolut ungiftig und erzeugt keine Reizungen im Körper.

Als Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg hat Dr. Dias in seiner langjährigen Tätigkeit bereits fast alle verfügbaren Materialen wie Edelstahl, Titan oder chemische Polymere verwendet, glaubte aber immer, dass es noch bessere Möglichkeiten der Knochenheilung geben muss. "Eines Tages schaute ich auf meine Fingernägel - die aus Keratin bestehen - und dachte, dass dies das ideale Material für einen Knochenersatz wäre", so Dr. Dias. Er schloss sich mit Dr. Peplow zusammen, um die Einsatzmöglichkeiten von Keratin näher zu ergründen.

"Beim Studium der wissenschaftlichen Literatur stellten wir fest, dass ein entsprechender Einsatz durchaus möglich wäre, dass es aber bisher niemand geschafft hatte, ein Keratinextrakt zu entwerfen, das im Körper eingesetzt werden kann," erläutert Dr. Peplow. In Zusammenarbeit mit Dr. Rob Kelly von der Biotechnologie-Firma Keratec entwickelten sie ein elastisches und bewegliches Material, das aus Schafswolle gewonnen wird. Keratec ist in der Lage, etwa 90 Prozent des Keratins aus Schafswolle zu extrahieren.

Erste Tests des gewonnenen Materials waren sehr vielversprechend. "Ich war von unseren ersten Testergebnissen sehr überrascht, denn es gab nichts, was wir ändern mussten. Es traten keinerlei Reaktionen oder Abstoßungen auf - Vorgänge, die man häufig findet, wenn sich ein fremdes Protein im Körper befindet. Der Körper behandelte das Keratin wie ein Stück eines abgebrochenen Knochens und begann den normalen Regenerationsprozess," so Dias. "Nach einer gewissen Zeit gab es im Körper keinerlei Anzeichen mehr für den Keratin-Knochenersatz, und an seiner Stelle bildete sich neuer Knochen."

Die von den Wissenschaftlern entwickelte und inzwischen patentierte Technologie soll nun in weiteren Schritten von Keratec für die Weiterentwicklung des Keratin-Knochenersatzes und für die Neuentwicklung vielfältiger anderer medizinischer Anwendungsmöglichkeiten genutzt werden.

Weitere Informationen in englischer Sprache:
Liz Rowe, Media Advisor (Acting)
Tel.: 0064-3-479 8263 oder 0064-27-221 5616, Email:
elizabeth.rowe@stonebow.otago.ac.nz

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de

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