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Erstmals Insekten geklont

02.11.2004


Fortschritte bei der Züchtung von Stammzellen erwartet



Ein Forschungsteam von der Dalhousie Universität in Halifax, Neuschottland, hat erstmals erfolgreich Fliegen geklont. Die Wissenschaftler hoffen, dass die Insekten, mit denen leicht experimentiert werden kann, dabei helfen, den Klonprozess auch bei anderen Tieren oder sogar beim Menschen fein abzustimmen. Die Technik wird genauestens untersucht, weil sie die Herstellung therapeutischer Stammzellen unterstützen soll. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.

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Beim Klonen wird der DNA-hältige Kern einer erwachsenen Zelle in ein Ei injiziert, dessen eigener Kern entfernt wurde. Derzeit stirbt die Mehrheit der geklonten Mäuse, Schafe und anderen Tiere noch vor der Geburt. Die Wissenschaftler vermuten als Grund dafür, dass die erwachsene DNA nicht richtig "umprogrammiert" wird und das Wachstum des Embryos nicht manipulieren kann. Durch die Verwendung von Fliegen könnten die Forscher Gene enthüllen, die wichtig für diese Umprogrammierung sind, und die Gegenstücke in anderen Tieren haben. Es ist bei Fliegen nämlich relativ einfach die Funktion eines einzelnen Gens auszuschalten und dann zu versuchen, diese Zellen zu klonen, was zur Überprüfung dient, ob dieses Gen entscheidend ist.

Werden solche Gene identifiziert, könnten theoretisch geklonte Säugetier-Embryos in maßgeschneiderten Lösungen aufgezogen werden, die die Aktivität dieser Gene modifizieren, um die Erfolgsrate dieser Technik zu verbessern. Obwohl manche Forschergruppen schon früher versucht haben, Insekten zu klonen, ist dies das erste Mal, dass eine derartige Unternehmung Erfolg hat. Das kanadische Team verwendete eine leichte Variation des Standard-Klonprozesses: Die Forscher transferierten Kerne von Embryos statt den Zellen von bereits flüggen erwachsenen Tieren. Sie saugten die Kerne aus den Fliegenembryos und injizierten sie in ein befruchtetes Fliegenei. Aus über 800 Versuchen entstanden fünf erwachsene Insekten.

Keith Latham, der das Klonen von Mäusen an der Temple University School of Medicine in Philadelphia Pennsylvania studiert, hebt hervor, dass embryonische Zellen viel leichter umzuprogrammieren sind als erwachsene Zellen. "Ich bin mir nicht sicher, ob es viele Parallelen zu Säugetieren gibt", so Latham. Forschungsleiterin Vett Lloyd bestätigte das, kündigte aber an, ihr Team arbeite am Klonen von erwachsenen Fliegenzellen.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.dal.ca/
http://www.nature.com

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