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Autounfälle inzwischen Todesursache Nummer eins für die seltensten Katzen der Welt

08.09.2004


Tod auf der Landstraße



In der vergangenen Woche kam erneut einer der letzten iberischen Luchse unter die Räder. Das Tier wurde auf einer Landstraße zwischen Villamanrique und El Rocio in der Provinz Huelva überfahren. Nach Erhebungen des WWF starben in den vergangenen vier Jahren 15 Tiere und damit mehr als die Hälfte der tot aufgefundenen Luchse auf spanischen Straßen. Die Situation ist dramatisch: Nur etwa 200 der auch Pardelluchse genannten Katzen haben überlebt. Vor zehn Jahren pirschten nach Schätzungen des WWF noch fast fünfmal so viele „Pinselohren“ durch die weite mediterrane Landschaft. „Der Iberische Luchs ist inzwischen seltener als der Sibirische Tiger und wohl die bedrohteste Wildkatze der Welt“, so Frank Mörschel vom WWF Deutschland.

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Der WWF wirft den Verantwortlichen der andalusischen Regionalregierung Untätigkeit vor. Auf derselben Straße wurde vor zwei Jahren schon einmal ein Luchs überfahren. Es handelt sich um einen ehemaligen Forstweg, den die Behörden trotz der Proteste von Naturschützern asphaltieren ließen. Obwohl die Straße durch eine der wichtigsten Zonen des Nationalparks Donana führt wurde auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) verzichtet.

Der WWF Spanien hat bei der EU gegen die Straße Beschwerde eingelegt. Die zuständige Generaldirektion Umwelt hat daraufhin ein Vertragsverletzungsverfahren wegen des Verstoßes gegen die UVP und die Flora Fauna Habitat Richtlinie eröffnet. Das Ergebnis steht noch aus.

„Es ist ein Unding, durch eine der einmaligen Naturlandschaften der Welt eine Straße zu verlegen. Die Fahrbahn muss wieder weg“, fordert Juan Carlos del Olmo, Direktor des WWF Spanien. Der maßlose Straßenbau müsse aufhören. Wenn es nicht gelinge, die ungesunde Entwicklung zu stoppen, werde das das Ende der Luchse in Spanien bedeuten.

Das Überleben der scheuen Katzen hängt eng mit dem Erhalt ihres Lebensraumes zusammen. Anders als ihre Vettern in Nordeuropa sind die Luchse in Spanien keine typischen Waldbewohner. Sie brauchen eine abwechslungsreiche Landschaft mit Buschland, lichten Waldflächen und offenem Gelände. Doch daran mangelt es. Immer neue Straßen, Bahntrassen und der Bau von Gas-Pipelines haben ihre Jagdreviere zerstückelt, so dass ein Austausch zwischen den Populationen immer schwieriger wird. Insbesondere viel befahrene Straßen stellen eine Gefahr dar: Auf den spanischen „Autopistas“ endet die Brautschau für verliebte Luchse oft tödlich.

Jörn Ehlers | WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

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