Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hunderassen-Genstruktur als Hilfe für Menschen

24.05.2004


Sharpei mit Husky näher verwandt als vermutet



Eine Studie an 144 Rassehunden 85 verschiedener Rassen zeigt, dass teilweise sehr unterschiedlich erscheinende Hunderassen mitunter genetisch sehr nahe Verwandte sind. Forscher des Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle unter der Leitung von Leonid Kruglyak sehen aus ihren Forschungsergebnissen eine gute Grundlage für die künftige Erforschung von Krankheiten wie Krebs, Herzkrankheiten oder Diabetes beim Menschen, berichtet der New Scientist.



Die untersuchten Hunderassen, durchaus reinrassig, lassen sich in fünf Großkategorien einteilen, die zum Teil sehr unerwartete Verwandtschaftsbeziehungen aufweisen. So sind beispielsweise Sharpeis (so genannte Faltenhunde), Shi Tzus (Tempelhunde), Huskies und Malamuten eng miteinander verwandt, auch wenn ihre Erscheinung nicht darauf schließen lassen würde. Andere Hunde, die eng miteinander verwandt sind, verwunderten die Forscher wenig, wie zum Beispiel Collie und Shetland.

Jede Rasse ist weiters über einen sehr präzisen genetischen Code gekennzeichnet. Allein eine kleine Menge an DNA reichte für die Forscher aus, um festzustellen, um welche Hunderasse es sich genau gehandelt hat. Die Proben wurden von Züchtern des American Kennel Clubs zur Verfügung gestellt. Aus Speichelproben wurde DNA extrahiert, genetische Analysen führten dann zur Kategorisierung der Hunderassen.

Die genetische Diversität der Hunderassen ist schwierig zu beschreiben, vor allem wenn man bedenkt, dass Hunderassen-Zuchtstandards erst vor 150 Jahren eingeführt wurden. "Dies entspricht circa 40 Hundegenerationen, evolutionstechnisch gesehen eine kurze Zeit", sagte Kruglyak. Seiner Theorie zu Folge haben viele Faktoren dazu beigetragen, dass sich so viele Hunderassen innerhalb einer derart kurzen Zeit entwickelt haben. War eine Hunderasse nicht mehr "in" und wurde nicht mehr vermehrt gezüchtet, so war deren Existenz bedroht.

Jaime Modiano vom University of Colorado Science Center sieht in der Entdeckung der genetischen Strukturen von Rassehunden eine Chance, besser gegen Krankheiten des Menschen ankämpfen zu können. Dadurch, dass Hunde so gepflegt und umsorgt werden, und oft schon wie Menschen behandelt werden, sind Unterschiede zwischen Mensch und Hund immer weniger erkennbar und man weiß über Krankheiten bei beiden fast gleichermaßen Bescheid. Das Hunde-Genom soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.

Allerdings muss beachtet werden, dass Hunde in derselben Umgebung wie Menschen leben und daher den selben Chemikalien und Lebensgewohnheiten ausgesetzt sind, was Krankheiten wie Krebs vermehrt hervorrufen kann. "Hunde machen eigentlich so ziemlich alles, was wir Menschen auch machen, sie fahren nur nicht Auto und spielen nicht Klavier", ergänzt Modiano.

Verena Erhart | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.fhcrc.org
http://www.newscientist.com
http://www.uchsc.edu

Weitere Berichte zu: Hunderasse Hunderassen-Genstruktur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kaltwasserkorallen: Versauerung schadet, Wärme hilft
27.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Auf dem Gipfel der Evolution – Flechten bei der Artbildung zugeschaut
27.04.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie