Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bakterien erzeugen billigen Raketenbrennstoff

03.02.2004


Mikroben agieren als chemische Katalysatoren



US-Forscher haben einen neuen Weg gefunden, billigen Treibstoff für Raketen herzustellen. Nach Angaben der Michigan State University erzeugen Bakterien einen Zusatz, der den Einsatz des hochexplosiven Nitroglyzerins nicht mehr notwendig macht, berichtet BBC-Online. Die Forscher sind der Meinung, dass Mikroben aber auch bei der Herstellung von Medikamenten verwendet werden könnten.

... mehr zu:
»BTTN »Bakterium »Butantriol »Nitroglyzerin


Die Herstellung des konventionellen Treibstoffs Butantriol kostet 30 bis 40 Dollar pro halben Kilo. Jährlich werden von der Army und der Navy rund 6.800 Kilogramm benötigt. Daraus wird ein anderer chemischer Stoff nämlich Butantriol Trinitrat BTTN gewonnen, der für kleine Raketen wie Hellfire, die für Luft-Boden-Angriffe aus den Helikoptern Apache oder den unbemannten Drohnen abgefeuert werden, beigemischt wird. Wenn die Kosten für Butantriol um zehn bis 15 Dollar pro 450 Gramm gesenkt werden können, wird der Absatz nach vorsichtigen Schätzungen auf 82.000 Kilogramm steigen. Nitroglyzerin könnte dann als Zusatz entfallen. Schon seit Jahren suchen die Forscher nach einem Ersatz für das hochexplosive Nitroglyzerin.

Knapp eine Million Kilogramm Nitroglyzerin wird heute noch hergestellt. Und wie Kritiker sagen unter den gleichen lebensgefährlichren Bedingungen wie zu Lebzeiten von Alfred Nobel, der seinen Bruder im vorigen Jahrhundert bei der Herstellung des Stoffes, der Alfred Nobel schließlich zum Millionär machte, verloren hatte. John Frost, Forscher an der Universität von Michigan, hat gemeinsam mit dem Office for Naval Research genetisch veränderte Bakterien wie E. coli und Pseudomonas fragi dazu gebracht, dass sie aus Kohlehydraten von Zucker und Mais Butantriol herstellten. Anschließend wird das Butantriol nitriert um BTTN zu erzeugen. "Wir bringen den Mikroben bei, dass sie sich wie chemische Katalysatoren verhalten", erklärt Frost. Der Vorgang sei einfach und soll noch in der Art verfeinert werden, dass nur noch ein einzelner Schritt erforderlich ist.

BTTN ist einfacher handzuhaben, ungefährlicher und in der Mikrobenproduktion auch noch wesentlich umweltfreundlicher, da keine Unterdrücke und Temperaturveränderungen erforderlich sind. Bakterien wirken wie eine Fabrik für Produkte. Butantriol wird auch in der Pharmakologie verwendet. Die Substanz ist ein Zwischenprodukt von zwei cholesterinsenkenden Medikamenten.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.msu.edu
http://www.onr.navy.mil

Weitere Berichte zu: BTTN Bakterium Butantriol Nitroglyzerin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Bakterieller Untermieter macht Blattnahrung für Käfer verdaulich
17.11.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

nachricht Neues Werkzeug für gezielten Proteinabbau
17.11.2017 | Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte