Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Großer Erfolg für die Mainzer Kosmochemie auf dem Mars

21.01.2004


Die "Spürnase" des Max-Planck-Instituts für Chemie liefert hochaufgelöste Röntgenspektren des Marsbodens



Der NASA-Rover "Spirit" hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag zum ersten Mal seine "Spürnase in den Marssand gesteckt". Die zur Erde gesendeten Röntgenspektren sind von sensationeller Qualität und nur vergleichbar mit Spektren dieser Art, wie sie auf der Erde mit den besten Laborinstrumenten gewonnen werden.

... mehr zu:
»Kosmochemie »Mars »Marssand »Probe »Spektren


Bei dem Alpha-Röntgen-Spektrometer (APXS) handelt es sich um die nächste Generation des schon bei der NASA-Pathfinder-Mission im Jahre 1997 verwendeten Gerätes, das in der Abteilung Kosmochemie des Max-Planck-Institutes für Chemie, Mainz, entwickelt und gebaut wurde. Konstrukteur und Projektleiter war Dr. Rudi Rieder (MPI für Chemie, Mainz); Dr. Ralf Gellert (Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Mainz) leistete entscheidende Beiträge. Das Herzstück des neuen Spektrometers sind neuartige, in Deutschland entwickelte Röntgendetektoren der Fa. Ketek GmbH, welche schon bei mäßiger Kühlung hohe Energieauflösung und Empfindlichkeit zeigen. Das Gerät arbeitet nach folgendem Prinzip: Eine radioaktive Quelle bestrahlt die Proben mit Alpha- und Röntgenstrahlung, ein Detektor misst die Strahlung, die von der Probe zurückgestrahlt wird (s. Abbildung).

Die Spektren zeigen die charakteristischen Linien aller wesentlichen gesteinsbildenden Elemente (z.B. Natrium, Magnesium, Aluminium, Silizium, Eisen) sowie die für Marssand charakteristischen Linien von Schwefel und Chlor. Eine vorläufige Analyse bestätigt die von den Mainzer Kosmochemikern schon auf Grund der Daten von "Pathfinder" aufgestellte Hypothese, dass der Staub am Mars - zumindest in den mittleren geographischen Breiten nördlich und südlich des Äquators - global verteilt und durchmischt ist, wofür wahrscheinlich die alle zwei Jahre auftretenden heftigen Sandstürme verantwortlich sind.

Im Staub der "Spirit"-Landestelle wurde außerdem erstmalig Nickel wahrgenommen, was deshalb besonders interessant ist, weil Nickel möglicherweise mit Meteoriten auf die Marsoberfläche gelangt ist.

Trotz dieses ersten Erfolges sind noch viele weitere Messungen an anderen Stellen notwendig, um die Entstehungsgeschichte des Kraters Gusev entschlüsseln zu können und Hinweise auf mögliches früheres Wasservorkommen zu finden.


Weitere Informationen erhalten Sie von:

Prof. Dr. Günter W. Lugmair
Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz
Tel.: 06131/305-544
E-Mail: lugmair@mpch-mainz.mpg.de

Prof. Dr. Heinrich Wänke
Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz
Tel.: 06131/305-230/231
E-Mail: waenke@mpch-mainz.mpg.de

Dr. Rudi Rieder
Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz
Tel.: 06131/305-265
E-Mail: rieder@mpch-mainz.mpg.de

Dr. Mirjana Kotowski | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpch-mainz.mpg.de/mer-apxs

Weitere Berichte zu: Kosmochemie Mars Marssand Probe Spektren

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Proteine zueinander finden
21.02.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Kleine Moleküle gegen altersbedingte Erkrankungen
21.02.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten