Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ameisen halten den Weltrekord in Bodenhaftung

03.07.2000


Rekordhalterin in Bodenhaftung: Eine

Ameisenart aus der Gattung Crematogaster, die in Partnerschaft mit

tropischen Macaranga-Bäumen lebt. Bild: Federle


Lebende Weberameise unter dem

Rasterelektronenmikroskop: Zu sehen ist das Haftorgan der Ameise in

Kontakt mit dem Untergrund. Dieses Organ ermöglicht es dem Insekt,

sich auf glatten Oberflächen festzuhalten. Bild:

Federle


... mehr zu:
»Ameise »Bodenhaftung »Insekt »Weltrekord
Neuer Weltrekord im Reich der Insekten: Manche Ameisen können sich mit so extremen Haftkräften an glatten Oberflächen festhalten wie sonst kein anderes Insekt. Zoologen vom Biozentrum der Universität Würzburg
haben herausgefunden, dass diese Ameisen selbst dann nicht den Halt verlieren, wenn die 200-fache Schwerkraft auf sie einwirkt.

Dr. Walter Federle macht diese starke Bodenhaftung mit einem einfachen Beispiel fassbar: Wollte ein Mensch die Leistung der Ameisen erreichen, dann müsste er zuerst einmal dazu in der Lage sein, sich an einer glatten Zimmerdecke festzuhalten - schwer genug. Aber das ist noch nicht alles, denn zusätzlich müsste der Mensch die Last von 15 Autos tragen können!

Um die Haftkräfte zu messen, haben die Würzburger Zoologen eine Zentrifuge benutzt. Dabei konzentrierten sie sich auf Ameisen, die auf Bäumen nisten. Als - vielleicht nur vorläufige - Weltrekordlerin entpuppte sich eine Ameisenart aus der Gattung Crematogaster, beheimatet in Südostasien, die in enger Partnerschaft mit Macaranga-Bäumen lebt.

Einige dieser tropischen Bäume sind von einer bläulichen Wachsschicht überzogen, die im Mikrobereich zwar rau, für die meisten Insekten aber sehr rutschig ist. Die auf solche Macaranga-Arten spezialisierten Ameisen sind dagegen "Wachsläufer" und können sich mühelos auf diesen Bäumen bewegen. Mit welchen Strategien die Ameisen das schaffen, wollen die Würzburger Wissenschaftler herausfinden.

Weitere Aspekte zu den Forschungen der Zoologen Walter Federle und Kristin Rohrseitz, die an der Universität Würzburg zum Team des Ameisen-Experten und Pulitzer-Preisträgers Prof. Dr. Bert Hölldobler gehören, sind in englischer Sprache nachzulesen im Fachblatt "Journal of Experimental Biology" 203, Seiten 505 bis 512: "Attachment forces of ants measured with a centrifuge: better ’wax-runners’ have a poorer attachment to a smooth surface".

Diese Arbeiten wurden im Rahmen eines Teilprojekts (Leitung: Prof. Hölldobler und Prof. Dr. Jürgen Tautz) des Sonderforschungsbereichs 251 "Ökologie, Physiologie und Biochemie pflanzlicher und tierischer Leistung unter Stress" gefördert.

Weitere Informationen: Dr. Walter Federle, T (0931) 888-4318, Fax (0931) 888-4309, E-Mail:
federle@biozentrum.uni-wuerzburg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Robert Emmerich |

Weitere Berichte zu: Ameise Bodenhaftung Insekt Weltrekord

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt
22.05.2018 | Technische Universität München

nachricht Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen
22.05.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics