Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Technologie zur chiralen Hydrierung

25.09.2002


Bayer Chemicals, ein Unternehmensbereich der Bayer AG, bietet eine neue Technologie zur chiralen Hydrierung, um den Bedarf an modernen chiralen Zwischenprodukten und pharmazeutischen Wirkstoffen mit einem oder mehreren Stereozentren zu decken. Zu dieser Technologie kann Bayer chirale Hydrierungskatalysatoren herstellen, die als Bauelement den firmeneigenen Liganden (R) oder (S) Cl-MeO-BIPHEP, formell genannt (R) oder (S)-5,5’-Dichloro-6,6’-dimethoxy-2,2’-bis(diphenylphosphine)-1,1’-biphenyl, beinhalten.
Cl-MeO-BIPHEP bildet metallorganische Komplexe mit mehreren Übergangsmetallen. Als Ruthenium- oder Rhodiumkomplex katalysiert es wirkungsvoll die enantioselektive Hydrierung (enantiomeric excess größer oder gleich 99 Prozent werden erreicht) von CO- und CC-Doppelbindungen. Bayer führt seit Ende 2001 mit diesem Liganden eine asymmetrische Hydrierung in einer Größenordnung von mehreren Tonnen durch.



Um in internationalen F&E-Kreisen auf Cl-MeO-BIPHEP aufmerksam zu machen, hat Bayer mit Strem Chemicals, Inc. eine Vereinbarung zur Vermarktung des Liganden in Forschungsmengen getroffen. Strem – mit Sitz in Newburyport, Massachusetts, USA – ist ein führender Hersteller und Anbieter von F&E-Chemikalien. Das Unternehmen verkauft derzeit (R) und (S) Cl-MeO-BIPHEP und ist im Produktkatalog auch unter CAS Nr. 185913-98-8 bzw. 185913-97-7 zu finden. Die Bezeichnung stammt von dem Chemical Abstract Service (CAS).

Die neueste Synthese dieses Liganden von Bayer erlaubt die Einführung eines breiten Spektrums von Substituenten (R-Gruppen) anstelle der Phenylgruppe am Phosphor. "Dadurch können wir den Katalysator exakter auf das jeweilige Substrat einstellen als je zuvor. Bislang fand die razemische Trennung der Liganden erst statt, nachdem die R-Gruppen bereits platziert waren. Dies erforderte die Ausarbeitung einer eigenen Auftrennung für jede R-Gruppe", sagte Rudolph Hanko, Leiter der Business Unit Fine Chemicals von Bayer. Zusätzlich zur Herstellung von kundenspezifischen Chemikalien bietet Bayer seinen Kunden auch Dienstleistungen in der Prozessentwicklung. Dazu zählt auch die Suche nach dem idealen Katalysator.

Für enantioselektive Hydrierungsprozesse ist ein Cl-MeO-BIPHEP-Komplex nur einer von vielen möglichen Katalysatoren. Durch Anwendung eines so genannten Schnell-Screening-Verfahrens kann Bayer zügig und effizient einen geeigneten Katalysator identifizieren und anschließend die Reaktionsbedingungen weiter optimieren. Neben der chiralen Hydrierung bietet Bayer auch den Zugang zu anderen modernen Chiraltechnologien, u.a. der Chromatographie mit simulierter Wirbelschicht (SMB), der durch Kristallisation induzierten Racematspaltung, der enzymatischen Umwandlung sowie der stereospezifischen Synthese.

Ilona Bolz | BayNews

Weitere Berichte zu: Chemical Cl-MeO-BIPHEP Hydrierung Katalysator Liganden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Einblick ins geschlossene Enzym
26.06.2017 | Universität Konstanz

nachricht 'Fix Me Another Marguerite!'
23.06.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie