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Die Grenzen der Vielfalt

04.07.2008
Lichtenberg-Professor Wolfgang Kießling von der HU Berlin veröffentlicht mit Kollegen aus aller Welt Untersuchung zur Biodiversitätsforschung im Meer - publiziert am 3. Juli 2008 im Wissenschaftsjournal Science

Die immense Artenvielfalt der Erde beeindruckt Wissenschaftler und Nichtwissenschaftler gleichermaßen. Doch woher kommt sie eigentlich, wie lange gibt es schon diese Fülle von Leben - und wie stehen die Chancen, dass die Biodiversität zunimmt, wenn beispielsweise Maßnahmen des Naturschutzes greifen?

Eine internationale Gruppe von 35 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt ist solchen Fragen im Zuge einer umfassenden Studie zur Diversitätsentwicklung im Meer nachgegangen - und dabei zu überraschenden Erkenntnissen gelangt. Einer der Mitwirkenden ist Professor Dr. Wolfgang Kießling vom Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität Berlin.

Er wird von der VolkswagenStiftung seit dem Jahr 2006 im Rahmen einer Lichtenberg-Professur mit einer Millionen Euro gefördert. Die Ergebnisse der Forschung wurden jetzt veröffentlicht im renommierten Wissenschaftsjournal Science (Artikel "Phanerozoic Trends in the Global Diversity of Marine Invertebrates"; in: Science vom 3. Juli 2008).

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Als zentrales Ergebnis stellt das Forscherteam fest, dass die bisher verbreitete Annahme falsch war, der zufolge es in den vergangenen 100 Millionen Jahren einen massiven Anstieg bei der Artenvielfalt gegeben habe. Stattdessen habe bereits vor über 400 Millionen Jahren eine Vielfalt bestanden, die auch heute nicht deutlich überschritten werde. "Obwohl seit dieser Zeit mehrere massive Einbrüche durch Massenaussterben zu verzeichnen waren, haben sich Artensterben und Artenneubildung in etwa die Waage gehalten", erläutert Kießling. Offensichtlich gebe es "Grenzen der Artenvielfalt", die kaum überschritten würden. Die Ursachen dieser Kapazitätsgrenzen werden von den Wissenschaftlern jetzt umfassend diskutiert: "Vermutlich spielt der Energiefluss in Nahrungsketten eine Rolle", formuliert Kießling eine mögliche Erklärung. Die neuen Ergebnisse beruhen auf einer umfassenden Dokumentation von etwa 3,5 Millionen fossiler Vorkommen. Deren wissenschaftliche Erschließung wurde erst mit Einrichtung der Lichtenberg-Professur durch die Stiftung möglich.

Mit der Förderinitiative "Lichtenberg-Professuren" gibt die VolkswagenStiftung einen Anstoß für die Eröffnung alternativer Qualifizierungs- und Berufungswege an deutschen Hochschulen. Der Leitgedanke hinter dieser Initiative lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Ziel ist es, herausragende Wissenschaftler in Verbindung mit innovativen Lehr- und Forschungsfeldern zu fördern und damit auch zu einer Profilbildung der besten unter den deutschen Hochschulen beizutragen. Mit diesen Professuren sollen also in einem Zug sowohl thematische als auch strukturelle und forschungspolitische Akzente gesetzt werden.

Kontakte

VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de
Forschungsprojekt
Humboldt Universität Berlin
Museum für Naturkunde
Lichtenberg-Professor für Evolutionäre Paläoökologie
Wolfgang Kießling
Telefon: 030 2093 - 8576
E-Mail: Wolfgang.Kiessling@MUSEUM.HU-Berlin.de

Dr. Christian Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.volkswagenstiftung.de

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