Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Artenvielfalt unter Wasser

21.05.2014

Der 22. Mai ist der „Internationale Tag der biologischen Vielfalt“. – Ein guter Anlass, einen Blick unter die Wasseroberfläche zu werfen. Denn Binnengewässer zählen zu den artenreichsten Lebensräumen weltweit. Obwohl sie weniger als ein Prozent der Erdoberfläche bedecken, beherbergen sie etwa 35 Prozent aller Wirbeltierarten.

Der Verlust der Artenvielfalt in unseren Flüssen, Seen und Feuchtgebieten ist inzwischen vier bis sechs Mal so hoch wie an Land oder im Meer und stellt somit ein bisher unterschätztes Problem dar. „Die dramatische Veränderung der biologischen Vielfalt ist eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit“, meint Prof. Klement Tockner, Direktor des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und Sprecher des Leibniz-Forschungsverbunds Biodiversität. „Denn die Vielfalt der Arten ist Grundlage für unser Wohlergehen, trägt zur Ernährungssicherung bei und dämpft die Auswirkungen der Klimaveränderung.“


Prof. Dr. Klement Tockner.

Foto: IGB/Andy Küchenmeister

Eine wichtige Aufgabe von Wissenschaft und Politik sei es daher, Lösungsansätze für Nutzungskonflikte in und an Gewässern zu entwickeln. Um dafür verlässliche und empirisch belegte Entscheidungshilfen zur Verfügung zu stellen, wurde Anfang des Jahres der erste Online-Atlas zur Biodiversität in Binnengewässern veröffentlicht.

„Dieser Atlas stellt eine unschätzbar wichtige Grundlage dar, um Prioritäten im Management und zum Schutz der einzigartigen Biodiversität unserer Gewässer zu setzen. So erfordert beispielsweise der globale Boom im Ausbau der Wasserkraft dringend zuverlässige Daten, um ökologisch verträgliche Lösungen für die Nutzung von Gewässern zu entwickeln“, erklärt Prof. Klement Tockner.

Weltweit seien derzeit fast 4000 große Staudämme zur Energieproduktion in Planung oder im Bau – insbesondere in den artenreichen Tropen und Subtropen, aber auch am Balkan, in Anatolien, im Himalaya und in China. Die weltweite Stromproduktion aus Wasserkraft, die sich dadurch fast verdoppeln wird, leiste zwar einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, greife aber massiv in das Ökosystem Fließgewässer ein.

„Daher ist es dringend erforderlich, ökologische, soziale und ökonomische Standards zu setzen, um eine nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser zu gewährleisten – zum Schutz der Natur und zum Wohle des Menschen“, so Tockner.

Der Atlas wurde im Rahmen des von der Europäischen Union finanzierten Projekts BioFresh erarbeitet. Unter Federführung des IGB ist dabei in enger Zusammenarbeit mit zwölf internationalen Forschungsinstitutionen und zahlreichen NGOs eine wissenschaftliche Informationsplattform entstanden, die einschlägige Akteure beim Schutz und Management von Binnengewässern unterstützen soll.

Interessenten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft erhalten über die Plattform einen freien, online verfügbaren und interaktiven Zugang zu globalen und regionalen Karten der aquatischen Artenvielfalt sowie geografische Hintergrundinformationen zu Lebensräumen, Gefährdungs- und Klimaszenarien sowie Schutzmaßnahmen. Seit der Veröffentlichung ist das internationale Interesse am Atlas groß: Die Aufrufe stammen vor allem aus den USA, Deutschland, Frankreich, Japan und Brasilien und darüber hinaus aus weiteren 117 Ländern der Welt.

Kontakt:
Prof. Dr. Klement Tockner
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Tel.: +49 (0)30-64181602
E-Mail: tockner@igb-berlin.de

Forschen für die Zukunft unserer Gewässer: Das ist die wesentliche Aufgabe des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), das bundesweit größte Forschungszentrum für Binnengewässer. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e. V., einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft.

Die Arbeiten des IGB verbinden Grundlagen- mit Vorsorgeforschung als Basis für die nachhaltige Bewirtschaftung der Gewässer. Das IGB untersucht dabei die Struktur und Funktion von aquatischen Ökosystemen unter naturnahen Bedingungen und unter der Wirkung multipler Stressoren. Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Langzeitentwicklung von Seen, Flüssen und Feuchtgebieten bei sich rasch ändernden globalen, regionalen und lokalen Umweltbedingungen, die Entwicklung gekoppelter ökologischer und sozioökonomischer Modelle, die Renaturierung von Ökosystemen und die Biodiversität aquatischer Lebensräume. Die Arbeiten erfolgen in enger Kooperation mit den Universitäten und Forschungsinstitutionen der Region Berlin/Brandenburg und weltweit.

Weitere Informationen:

http://www.igb-berlin.de
http://www.freshwaterbiodiversity.eu - Infos zum Atlas sowie zum Projekt BioFresh

Karl-Heinz Karisch | Forschungsverbund Berlin e.V.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Verbesserte Kohlendioxid-Fixierung dank Mikrokompartiment
25.09.2017 | Max-Planck-Institut für Biochemie

nachricht Regenbogenfarben enthüllen Werdegang von Zellen
25.09.2017 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops