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Algen statt Kerosin? Wissenschaftler wollen das Fliegen umweltfreundlicher machen

04.06.2014

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Unsere Themen heute:
Abheben mit Algen | Gegenseitig inspirieren, Vielfalt erleben | Jacobs University beim CHE-Ranking wieder vorne dabei | Zahl des Tages


Dr. Claudia Thomsen und Prof. Dr. Laurenz Thomsen setzen auf Algen als Alternative zu Kerosin

Copyright: Jacobs University


Abheben mit Algen

Sie stecken voller Energie, binden Kohlendioxid und nehmen der Landwirtschaft keine Flächen weg: Die Bremer Firma Phytolutions setzt auf Algen als Alternative zu Kerosin.

Flugzeuge sind nun mal keine Fahrräder. Pro Kopf stoßen sie weitaus mehr von dem Klimakiller Kohlendioxid aus als Busse oder Bahnen. Doch das soll in Zukunft besser werden. Ab 2020 soll der internationale Flugverkehr klimaneutral wachsen, bis 2050 sollen sich die Emissionen halbieren. So hat es die Luftfahrtbranche beschlossen. „Das ist eine sehr sportliche Herausforderung“, sagt Dr. Claudia Thomsen, „Die kann man nicht allein über verbesserte Triebwerke oder Gewichtsersparnis lösen.“ Die Meeresforscherin hat eine Idee, wie das klappen könnte: durch Kerosin, das aus Algen gewonnen wird.

Thomsen ist Geschäftsführerin der Phytolutions GmbH, einer Ausgründung der Jacobs University in Bremen. Die private Universität ist auch weiterhin ein enger wissenschaftlicher Partner des Unternehmens. Dort hatte die Planktologin über die Aufnahme von Kohlendioxid aus Rauchgasen für das Wachstum von Mikroalgen geforscht. Daraus entstand eine Firma, deren Ziel die wirtschaftliche Nutzung von Algen ist – als Energieträger für Treibstoff und als Rohstoff für Lebensmittel, die Futter- oder die Pharmaindustrie.

„Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung“, sagt Thomsen. Wie weit sie gediehen ist, lässt sich am Forschungszentrum in Jülich beobachten. Dort befindet sich eine von Phytolutions gebaute Aufwachsstation für Algen, ein Photobioreaktor. An Trägergestellen hängen übergroße, durchsichtige Folien, in denen die Algen im Wasser zirkulieren. Sie werden gedüngt, binden Kohlendioxid unter anderem aus Industrieabgasen, und sie wachsen bis zu 20 Mal schneller als Landpflanzen. „Es ist wie in der Landwirtschaft“, sagt Thomsen. „Nur dass wir alle ein bis zwei Wochen ernten.“ Die Anlage ist Teil des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Projektes „Aufwind“, mit dem die Umwandlung von Algen in Biokerosin erforscht wird.

Dass Flugzeuge mit Algen-Sprit im Tank fliegen können, hat die Airbus Group bereits 2010 in einem Pilotprojekt bewiesen. Die technische Unbedenklichkeit ist also belegt. Was fehlt, ist die weltweite Verfügbarkeit des Biosprits. Die Flugzeuge müssen überall Kerosin in gleicher Qualität tanken können. „Die regenerativen Treibstoffe aus Algen sind einfach noch zu teuer“, so Thomsen. Daran wird sich so schnell nichts ändern, auch wenn die Biomasse nicht nur aus Algen, sondern aus vielen verschiedenen Quellen kommen sollte.

Dabei haben die Einzeller gegenüber Landpflanzen einen weiteren wesentlichen Vorteil: Sie wachsen nicht nur schneller, sie sind auch sehr ölhaltig. Auf einem Hektar Anbaufläche lassen sich aus Mikroalgen bis zu 20.000 Liter Öl gewinnen, bei Raps sind es gerade mal 1.600 Liter. Um die weltweite Flugzeugflotte mit Kerosin zu versorgen, müsste ganz Europa mit Sojabohnen bepflanzt werden. Wären Algen der Grundstoff, wäre nur noch die Fläche von Belgien nötig.

Nicht zuletzt deshalb ist Claudia Thomsen davon überzeugt: Ein Ort, an dem ausreichend Biomasse wachsen könnte, ist Offshore, im Meer. Dies gilt auch für Proteine und Kohlenhydrate, die ebenfalls aus Algen gewonnen werden. Szenarien, in denen Küstenregionen an Land und im Meer für die Algenproduktion genutzt werden, gibt es bereits. Die Pflanzen stehen nicht in Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln und verbrauchen kein kostbares Süßwasser. Claudia Thomsen ist sich sicher: „Die Zukunft wird in einer maritimen Ressource liegen.“

Mehr Informationen: http://www.phytolutions.de 

 
Gegenseitig inspirieren, Vielfalt erleben

Eigentlich würde Benjamin Birner gerne noch länger an der Jacobs University bleiben. „Ich bin superglücklich hier. Es gibt hier noch so viel zu entdecken, anzustoßen und zu lernen. Die Zeit ging viel zu schnell rum.“ Der 22-jährige studiert im letzten Semester Geowissenschaften und Astrophysik an der privaten Universität in Bremen. Im Herbst wird er sein Masterstudium in Geowissenschaften an der renommierten University of Cambridge beginnen, für das er ein DAAD Stipendium bekommen hat.

Doch bis der gebürtige Freiburger nach Großbritannien zieht, gibt es noch einiges zu tun für ihn auf dem Campus in Bremen. Nicht nur Finals und Graduation stehen an. Benjamin will auch dafür sorgen, dass die soziale Initiative G.I.V.E., die er gemeinsam mit einer Kommilitonin während seines Studium ins Leben gerufen hat, erfolgreich weiterläuft.

G.I.V.E. steht für „Gegenseitig inspirieren, Vielfalt erleben“. Die Initiative bündelt die vielen sozialen Projekte, in denen Jacobs Studierende sich engagieren, und gibt ihnen ein Gesicht nach außen. Ihr Fundament bildet das Konzert Piano to Forte, das jedes Jahr veranstaltet wird. Mit den Eintrittsgeldern, Spenden und Erlösen aus dem Verkauf der Konzert-CD hat G.I.V.E. einen finanziellen Grundstock angelegt. Alle Studierenden-Projekte können sich bei der Initiative um finanzielle Unterstützung bewerben.

Benjamins Ziel ist es, durch G.I.V.E seine Kommilitonen und Kommilitoninnen dazu zu ermutigen, mit ihren Ideen und ihrem Engagement über die Grenzen des Campus hinaus deutlich zu machen, wieviel sie an Bremen zurückgeben können. So wurde durch G.I.V.E. beispielsweise die „Make a wish“-Initiative unterstützt, die Bremer Kindern Weihnachtswünsche erfüllt.

Mehr Informationen zu G.I.V.E.: http://campuslife.jacobs-university.de/club/GIVE

 
Jacobs University beim CHE-Ranking wieder vorne dabei

Erneut darf sich die Jacobs University über Spitzenplatzierungen beim CHE-Hochschulranking freuen. Die diesjährigen Ergebnisse sind kürzlich vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und der ZEIT veröffentlicht worden. Der Schwerpunkt der Evaluierung lag 2014 an der Jacobs University auf dem Fach Betriebswirtschaftslehre, das hier in dem Programm Global Economics and Management (GEM) repräsentiert wird. Das noch junge Studienangebot erfreut sich bei den Studierenden besonderer Beliebtheit: Es erreicht bei acht von insgesamt elf Kategorien Spitzenwerte bei der Studierendenumfrage.

Die GEM-Studierenden sind vor allem mit dem Berufs- und dem Wissenschaftsbezug des Studiengangs sehr zufrieden. Für ihren zukünftigen Job sehen sie sich durch das Studium bestens vorbereitet. Besonders positiv bewerten sie die Berufsrelevanz der Lehrveranstaltungen und die Anregung zur kritischen Auseinandersetzung mit Sachverhalten.

Auch in den Kategorien Lehrangebot, Betreuung, Studierbarkeit und internationale Ausrichtung liegt das Programm in der Spitzengruppe. Hier wurden Bestnoten für die Interdisziplinarität des Lehrangebots und das Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden verteilt. In den Bereichen Internationalität der Studierendenschaft und fremdsprachige Lehre schneidet die Jacobs University aufgrund ihrer Grundausrichtung naturgemäß sehr gut ab.

Zahl des Tages

3:4 Tore – „Europa Pink“ siegt über „Europa Gelb“. Beim „Intercontinental Football Tournament“ (ICFT), das die Studierenden der Jacobs University jährlich austragen, hatten die Europäer im Finale 2014 die Nase vorn. Team Africa belegte Platz drei. Die Spieler bilden Teams entsprechend des Kontinents, von dem sie stammen. In diesem Jahr lieferten sich drei Teams Europe, je ein Team Africa, Americas und Asia einen spannenden Wettkampf. Die Siegermannschaft bekam Freikarten für ein Heimspiel von Werder Bremen – überreicht durch Werders amtierenden Vizepräsidenten und designierten Präsidenten Dr. Hubertus Hess-Grunewald.

Kristina Logemann | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.jacobs-university.de/

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