Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn das Auto selbst lenkt: Neuerscheinung beleuchtet Herausforderungen des automatisierten Fahrens

13.06.2014

Hochautomatisiertes Fahren verspricht eine Reihe von Vorteilen bezüglich Verkehrssicherheit, Energieeffizienz, Komfort und sozialer Inklusion.

Mit ihrem neuen Buch „Road Vehicle Automation“ fassen Dr. Gereon Meyer, VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, und Dr. Sven Beiker, Stanford University, das aktuelle Innovationsgeschehen in diesem Bereich zusammen.

Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand weltweit beleuchten darin die vielfältigen Aspekte des Themas. Neben technischen Hürden und wirtschaftlichen Gesichtspunkten greifen die Autoren auch ethische und rechtliche Herausforderungen der neuen Fahrzeugtechnologien auf.

Auch wenn assistierende Einpark- und Bremshilfen heute schon im Fahrzeug zum Einsatz kommen, ist der Weg zum völlig fahrerlosen Auto noch weit. Herausgeber Meyer ist aber davon überzeugt, dass die Automatisierung des Fahrzeugverkehrs in den kommenden Jahren Schritt für Schritt zunehmen wird:

„Ab 2020 werden wir in Deutschland Autos auf der Straße sehen, die ihr Umfeld erkennen und die selbständig lenken, bremsen und beschleunigen, ohne dabei Unfälle zu verursachen. Zunächst werden sie den Fahrer im langsamen Verkehr entlasten, zum Beispiel beim Stop-and-Go. Anschließend folgen hochautomatisierte Fahrfunktionen auf Autobahnen und später auch in komplexen, städtischen Verkehrssituationen.“

Viele Schlüsseltechnologien stünden zwar heute schon zur Verfügung, sie müssten jedoch deutlich billiger, besser integriert und zuverlässiger werden, so Meyer. Auch Fragen der Versicherung, des Verkehrsrechts und des Datenschutzes seien noch zu lösen.

Mit der Automatisierung wird die Bedeutung von Elektronik, Software und Vernetzung im Automobil weiter zunehmen. Alleine deshalb treiben Akteure aus dem IT-Sektor die Einführung des autonomen Fahrzeugs momentan voran. Trotz aller Euphorie gibt Meyer zu bedenken, dass der Fahrer auch beim hochautomatisierten Fahren in kritischen Situationen nach wie vor eingreifen müsse, weil es in der Übergangsphase eine Mischung aus automatisiertem und nicht automatisiertem Verkehr geben werde. „Das Roboterauto ohne Lenkrad und Gaspedal bleibt vorerst also ein Wunschtraum“, betont Meyer.

Als Projektträger für die öffentliche Hand und als Partner der Industrie beschäftigt sich die VDI/VDE-IT bereits seit vielen Jahren mit den Schlüsseltechnologien für automatisiertes Fahren. Das Berliner Unternehmen rät dazu, das internationale Geschehen in diesem Bereich genau zu beobachten und den bevorstehenden Wandel entlang einer Roadmap frühzeitig mitzugestalten.

Automatisiertes Fahren steht auch im Mittelpunkt des 18th International Forum on Advanced Microsystems for Automotive Applications (AMAA 2014), das die VDI/VDE-IT am 23. und 24. Juni gemeinsam mit der European Technology Platform on Smart Systems Integration (EPoSS) in Berlin veranstaltet (weitere Informationen: http://www.amaa.de).

Das Buch „Road Vehicle Automation“ basiert auf einem Expertenworkshop des amerikanischen Transportation Research Boards im Juli 2013. Erschienen ist es in der Springer-Buchreihe Lecture Notes in Mobility und kann ab sofort online bestellt werden: http://www.springer.com/engineering/mechanical+engineering/book/978-3-319-05989-1

Pressekontakt:
Wiebke Ehret
VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Steinplatz 1
10623 Berlin
Wiebke.ehret@vdivde-it.de
030 310078-125
http://www.vdivde-it.de

Wiebke Ehret | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Verbesserte Leistung dank halbiertem Gewicht
24.07.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Hochschule Bochum und thyssenkrupp präsentieren Solar-Sportcoupé
06.07.2017 | Hochschule Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie