Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

VISTA4F: TU Ilmenau entwickelt das intelligente Auto

13.05.2014

In dem neu aufgelegten VISTA4F-Projekt wird die Technische Universität Ilmenau künftig intelligente Fahrzeuge entwickeln, die den Fahrer wirkungsvoll dabei unterstützen, Gefahrensituationen zu erkennen, zu vermeiden und ihnen wirkungsvoll entgegenzusteuern.

Nachdem wissenschaftliche Fachexperten das Konzept der TU Ilmenau für das ProExzellenz-Zentrum „Virtuelle Straße – virtuelle Realität in 4F: Funk, Fahrbahn, Fahrzeug, Fahrer“ als hervorragend bewertet hatten, wird das Projekt durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur von 2015 bis 2018 mit 3,5 Millionen Euro gefördert.


Grafik: TU Ilmenau

Knöllchen fürs Telefonieren beim Autofahren gehören bald der Vergangenheit an. International anerkannte Wissenschaftler der TU Ilmenau aus den Bereichen Fahrzeugtechnik, Informationstechnik, Medientechnik und Kommunikationswissenschaften werden fachübergreifend Fahrzeuge zu einem intelligenten autonomen technischen System entwickeln, das mit seiner Funkumgebung kommuniziert.

Es wird selbstständig Verkehrs- und Gefahrensituationen erkennen und die Entscheidungen des Fahrers wirkungsvoll vorbereiten, damit der in der Lage ist, entsprechend zu handeln. Der Fahrer kann ohne Gefahr für sich und andere navigieren, kommunizieren, sich informieren und Unterhaltungsprogramme nutzen. Damit bearbeitet das ProExzellenz-Zentrum höchst aktuelle gesellschaftliche Fragen der Mobilität, der Sicherheit, des Umweltschutzes und der Unterhaltung.

Solche intelligenten Fahrzeuge der Zukunft und deren Bestandteile wird die TU Ilmenau nicht in Werkshallen entwickeln, sondern am Computer. Dazu nutzt VISTA4F virtuelle Realität: Die komplexen Prozesse und Phänomene realer technischer Systeme werden im Labor, physikalisch und mathematisch steuerbar und messbar, nachgebildet. Bereits weit verbreitet ist die Anwendung von virtueller Realität bei Fernsehsendern:

In den Studios von Nachrichten- und Magazinsendungen lässt ein Höchstmaß an moderner Technik Moderator, Studioumgebung, Videoübertragungen und grafische Illustrationen zu einer neuen Realität miteinander verschmelzen. VISTA4F wird die an der TU Ilmenau bereits existierenden Testumgebungen der „Virtuellen Straße“ und des Kompetenzzentrums Virtual Reality zu einem einzigartigen leistungsfähigen Simulations- und Testzentrum miteinander vernetzen.

Dabei ist die Einbeziehung des Fahrers – und damit einer psychologischen Komponente – in das ansonsten von komplexer Technik geprägte Forschungsfeld ein wesentlicher Aspekt. Fachleute bezeichnen diesen Ansatz als „driver-in-the-loop“.

Das Konsortium des ProExzellenz-Zentrums wird von Fachgebieten des fakultätsübergreifenden Instituts für Medien und Mobilkommunikation der TU Ilmenau, dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT und dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Ilmenau gebildet. Methodische und technische Unterstützung erhält es durch das Thüringer Innovationszentrum Mobilität, das unter anderem die „Virtuelle Straße“ beherbergt.

Die Forschungsarbeiten sind so angelegt, dass sie in einem Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsbereich (DFG) münden. Sonderforschungsbereiche sind Einrichtungen deutscher Hochschulen, die von der DFG für die Dauer von bis zu zwölf Jahren gefördert werden, um es Wissenschaftlern zu ermöglichen, in einem wissenschaftlich exzellenten Forschungsprogramm über die Grenzen ihrer jeweiligen Fächer, Institute, Fachbereiche und Fakultäten hinweg zusammenzuarbeiten.

Das Landesprogramm „ProExzellenz“:

Mit dem VISTA4F-Projekt beteiligt sich die TU Ilmenau an der Spitzenforschung im Landesprogramm „ProExzellenz“ des Freistaates Thüringen. Im Rahmen dieses Programms fördert der Freistaat Thüringen auf Empfehlung von wissenschaftlichen Fachexperten und der Thüringer Programmkommission Projekte der Spitzenforschung und Professuren, die als ProExzellenz-Zentren bzw. ProExzellenz-Professuren von 2014 bis 2019 mit insgesamt 20 Millionen Euro gefördert werden.

Mit der Exzellenz-Initiative unterstützt Thüringen herausragende Projekte in den Bereichen Forschung, Innovation und wissenschaftlicher Nachwuchs an den Universitäten. Der Thüringer Wissenschaftsminister Christoph Matschie strebt an, wissenschaftliche Exzellenz gezielt auszubauen, um die internationale Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu erhöhen: „Das steigert die Attraktivität Thüringens als Ort für exzellente Forscher und Nachwuchswissenschaftler und es erhöht Thüringens Leistungskraft insgesamt“.

Kontakt:
Prof. Matthias Hein
Leiter Fachgebiet Hochfrequenz- und Mikrowellentechnik
Tel.: 03677 / 69-2832
E-Mail: matthias.hein@tu-ilmenau.de

Bettina Wegner | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Informatiker der Saar-Uni verhindern Auto-Fernsteuerung durch Hacker
03.11.2016 | Universität des Saarlandes

nachricht Gewichtseinsparung durch lasergestützte Materialbearbeitung im Automobilbau
07.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie