Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sichere Kreuzungen durch kommunizierende Fahrzeuge

03.09.2009
Forscher der Professur Nachrichtentechnik beteiligen sich am Test kooperativer Verkehrssysteme für mehr Sicherheit an Kreuzungen

Manch ein Autofahrer hat es schon einmal erlebt: Beim Rechtsabbiegen an einer Kreuzung wird ein Fahrradfahrer im toten Winkel übersehen - oft ist ein schwerer Unfall die Folge. Dieser Albtraum von Autofahrern könnte bald der Vergangenheit angehören.

Dafür arbeitet auch die Professur Nachrichtentechnik der TU Chemnitz, die sich am Europäischen Forschungsprojekt SAFESPOT beteiligt. Ziel dieses Projektes ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit durch intelligente Fahrzeuge und Infrastrukturen. Die Autos sollen dabei miteinander und mit Ampelanlagen kooperieren und kommunizieren.

Die speziell entwickelte IRIS (Intelligent Cooperative Intersection Safety)-Algorithmik integriert die Informationen aus den Fahrzeugen und die Daten der Kreuzungssensoren zur Detektion von Fußgängern und Radfahrern. So kann etwa ein Radfahrer erkannt und die sich entwickelnde Situation analysiert werden, um den Fahrer vor einer möglichen Kollision zu warnen.

An dem Projekt, das noch bis Januar 2010 fortgeführt wird, beteiligen sich über 50 europäische Partner aus den Bereichen Automobilindustrie, Verkehrsdienstleistung und -forschung sowie Infrastrukturbetrieb.

Hauptaufgabe der Chemnitzer Forscher ist es, eine genaue und zuverlässige Lokalisierung der beteiligten Fahrzeuge zu ermöglichen. Um den Nutzen dieser Systeme zu untersuchen, nahmen die Mitarbeiter der Professur mit ihrem Konzeptfahrzeug Carai an einem Praxistest an einer speziell ausgerüsteten Kreuzung in Dortmund teil. Dort testeten sie gemeinsam mit Partnern wie Daimler, Ibeo AS, MAT.TRAFFIC, TeleAtlas, TransVer, Continental und der TU München (Lehrstuhl für Verkehrstechnik) verschiedene unfallträchtige Szenarien. Dabei wurde untersucht, ob der Fahrer eines Fahrzeugs bei drohender Unfallgefahr rechtzeitig gewarnt werden kann.

"Kooperative Systeme sind der nächste große Schritt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit", sagt Robin Schubert, Mitarbeiter der Professur, und fügt

hinzu: "Diese konnten hier unter realen Verkehrsbedingungen erfolgreich getestet werden." Sein Kollege Norman Mattern ergänzt: "Städtische Kreuzungen stellen häufig Unfallschwerpunkte dar - speziell für Fußgänger und Radfahrer. Daher lag der Schwerpunkt unserer Tests auf dem Schutz dieser Verkehrsteilnehmer." Weitere untersuchte Szenarien umfassten das Linksabbiegen bei Gegenverkehr sowie die Warnung vor dem Überfahren einer roten Ampel.

Stichwort: Konzeptfahrzeuge "Carai"

Die Konzeptfahrzeuge "Carai" 1 und 2 der Professur Nachrichtentechnik sind mit verschiedenen Sensoren für die Fahrzeugumfelderkennung ausgestattet.

In den Fahrzeugen vom Typ VW Touran arbeiten Bildverarbeitung, Laser- und Radartechnik gemeinsam an der Erfassung und Erkennung der Fahrzeugumgebung. Gemessen wird mit Hilfe von Radar, Laser, Infrarotkameras, Stereo- und 3D-Kameras. Zusätzlich können beide Fahrzeuge drahtlos miteinander kommunizieren.

Weitere Informationen erteilt Robin Schubert, E-Mail robin.schubert@etit.tu-chemnitz.de, Telefon 0371 531-36475.

Die Professur Nachrichtentechnik im Internet: http://www.carai.de

Das Forschungsprojekt SAFESPOT im Internet: http://www.safespot-eu.org

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.carai.de
http://www.safespot-eu.org
http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten