Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuheit in der Fahrzeugtechnik: Wissenschaftler der Hochschule Esslingen arbeiten an der Klimatisierung von E-Fahrzeugen

10.08.2012
Was in der Automobilbranche eher als wissenschaftliches Randthema gehandelt wird, liegt ganz im Zentrum der Forschung des Esslingers Professors für Fahrzeugtechnik, Dr. -Ing. Jürgen Haag.

Der Studiengangleiter und sein Team widmen sich in einem eigenen Forschungsprojekt der Klimatisierung von E-Fahrzeugen. „In der E-Mobilität stand lange der Antrieb im Vordergrund und kaum einer beschäftigte sich mit dem Thema Klimatisierung, obwohl der Energieverbrauch von Heizung und Klimaanlage enorm hoch ist“, erläutert Jürgen Haag.


Das Versuchsauto mit besonderer Klimatisierungstechnik

Foto: Archiv Hochschule Esslingen, Fakultät Fahrzeugtechnik

Daher galt in einem ersten Projekt die Aufmerksamkeit der Esslinger Fahrzeugtechniker der Reduzierung des Energieverbrauchs im Auto. „Wir wollten auf diese Weise eine ganzheitliche Sichtweise des Themas präsentieren“, sagt Jürgen Haag, dessen Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit 175 000 Euro gefördert wurde. Also wurde ein mit einem herkömmlichen Motor versehenes „Versuchsauto“ umgebaut und mit einer ganzen Reihe von zusätzlichen Funktionen versehen. Dazu zählten beispielsweise die Isolierung der Scheiben und ein mit Lüftern versehenes Dach, wobei die Lüfter von Solarzellen betrieben werden. Auch ein Wärmetauscher gehört dazu. Im Versuchsauto befindet sich dieser noch in Form einer größeren Kiste im Kofferraum.

„Ebenso haben wir ein Konzept für eine bedarfsnahe Klimatisierung erarbeitet“, erklärt der Esslinger Wissenschaftler. Dazu gehören etwa mit Drähten versehene Textilien und Strahler in der Sonnenblende sowie in der Fußmatte, so dass der Sitzbezug beheizt wird und nicht der ganze Innenraum erwärmt werden muss. Auch der Einsatz von Zeolith in der Karosserie, ein Material, das sich besonders gut zur Wärme- und Feuchtigkeitsspeicherung eignet, wurde erprobt.

Derzeit laufen die Arbeiten für das nächste Forschungsprojekt auf Hochtouren: Ein E-Smart soll mit den neu entwickelten Komponenten versehen werden: „Damit werden die Ideen dann erstmals an und in einem E-Auto umgesetzt“, erläutert Jürgen Haag. Auch ein Folgeantrag zur Förderung des Esslinger Vorhabens wird im Moment vorbereitet. Der E-Smart soll im Herbst 2012 zugelassen werden, danach folgt dann, so der Plan von Jürgen Haag, schrittweise der Umbau mit den einzelnen Klimamaßnahmen, um dann in einer längeren Erprobungsphase die Einzelkomponenten im Gesamtfahrzeug abzustimmen.

Text: Antje Fürth

Kontakt:
Hochschule Esslingen
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Haag
Fakultät Fahrzeugtechnik
Kanalstraße 33
73728 Esslingen
Tel. 0711.397-33 72
Juergen.haag@hs-esslingen.de

Cornelia Mack | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-esslingen.de/fz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Verbesserte Leistung dank halbiertem Gewicht
24.07.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Hochschule Bochum und thyssenkrupp präsentieren Solar-Sportcoupé
06.07.2017 | Hochschule Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie