Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das mitfühlende Auto

14.07.2006
Fahrerassistenzsysteme sind beliebt, aber manchmal auch kompliziert zu bedienen. Intelligente Mensch-Maschine-Schnittstellen sorgen künftig dafür, dass dem Fahrer in jeder Situation Informationen angemessen und wohl dosiert angeboten werden.

Fahrerassistenz- und Navigationssysteme sind "in". Doch je mehr Schalter und Anzeigefelder das Armaturenbrett zieren, desto leichter ist der Fahrer vom Verkehrsgeschehen abgelenkt. Steigt die Zahl der automatischen Helfer im Auto, wächst die Gefahr, dass ihre positiven Eigenschaften ins Gegenteil umschlagen, den Fahrer überfordern und in brenzlige Situationen bringen. Um das zu verhindern, entwickeln der Psychologe Claus Marberger und der Ingenieur Günter Wenzel am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart Assistenz- und Informationssysteme, die sich an den Zustand des Fahrers und an die Verkehrssituation anpassen können.

Im "Vehicle Interaction Lab" am IAO arbeiten die Forscher in Autosimulatoren derzeit an einem Konzept, um viele unterschiedliche Funktionen mit einem einzigen Eingabeelement zu steuern. Beispielsweise könnten Navigationssystem, MP3-Spieler und Handy über ein gemeinsames Menü bedient werden. Dieses muss so gestaltet sein, dass sich jede Funktion mit wenigen Befehlen ansteuern lässt.

Die Wissenschaftler finden heraus, welche Menüführung dem Fahrer am wenigsten Aufmerksamkeit abverlangt. Ihre Arbeiten sind Teil von AIDE - Adaptive Integrated Driver-vehicle InterfacE, einem EU-weiten Projekt. Für eine situationsangepasste Mensch-Maschine-Interaktion reicht das nicht aus. Deshalb fließt in die Systeme eine ganze Reihe von Daten ein: Sensoren beobachten das Umfeld des Fahrzeugs, das Auto selbst, aber auch den Zustand des Fahrers. Kameras verfolgen zusätzlich den Lidschlag. Wird dieser langsamer, schließt das System auf eine stärkere Müdigkeit. Alle Daten gemeinsam beeinflussen die Interaktion zwischen Auto und Fahrer: durch Töne oder Sprache, mit einem Rütteln des Lenkrads oder blinkenden Anzeigen.

"Viele Assistenzfunktionen sind bereits serienreif", sagt Wenzel, "angesichts der wachsenden Zahl an Funktionalitäten ist aber noch unklar, wie sie am besten mit dem Menschen interagieren". So kann es sinnvoll sein, in gefährlichen Fahrsituationen unwichtige Informationen zu unterdrücken, beispielsweise in kritischen Situationen einen Anrufer automatisch an die Mailbox weiterzuleiten. Andererseits könnte der Lidschlagsensor einen Weckruf auslösen, um den Fahrer vor dem Sekundenschlaf zu bewahren. In Simulatoren, realen Autos, die von Leinwänden mit einer virtuellen Straßenlandschaft umgeben sind, testen die Forscher verschiedene Szenarien oder Menüführungen, um ein ausgeklügeltes Mensch-Maschine-System zu kreieren.

Marion Horn | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/07/Mediendienst72006Thema5.jsp

Weitere Berichte zu: IAO Menüführung Navigationssystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Verbesserte Leistung dank halbiertem Gewicht
24.07.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Hochschule Bochum und thyssenkrupp präsentieren Solar-Sportcoupé
06.07.2017 | Hochschule Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie