Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hightech im Auto: Weniger ist mehr

24.09.2009
BMW und TU München setzen auf standardisierte IT-Infrastruktur

Der Boom der letzten Jahre, möglichst viele Hightech-Spielereien im Auto zur Verfügung zu haben, ist vorbei. Die Hersteller besinnen sich derzeit wieder darauf, die Funktionalität in den Vordergrund zu rücken, wie die Internationale Automobil Austellung (IAA) in Frankfurt zeigt.

Eine Kooperation zwischen BMW und der Technischen Universtität München ist derzeit etwa dabei, die IT-Architektur des Fahrzeugs zu straffen, da es aufgrund der komplexer werdenden IT in PKWs immer häufiger zu Fehlern kommt. Der Grundgedanke ist das Motto "Less is more", also "Weniger ist mehr". Ziel ist eine standardisierte IT-Infrastruktur mit einheitlicher Software-Basis. Unter anderem können die Funktionen mehrerer heutiger Steuergeräte auf eine physikalische Einheit gebündelt werden. So kommt es zu einer Vereinfachung, die Vorteile im Störungsfall bietet.

Im Rahmen des Projekts "IT-Motive 2020" verfolgen diverse Institute der TU München in einem interdisziplinären Vorgehen gemeinsam mit Ingenieuren der BMW Group Forschung und Technik das Potenzial eines neuen, revolutionären Ansatzes für eine Fahrzeug-IT-Architektur. Dabei sollen in einem "Best-Practice-Ansatz" Strukturen aus der "Business-IT" im fahrzeugspezifischen Umfeld untersucht werden. Der Ansatz fokussiert auf ein Cluster weniger, homogener und leistungsstarker Recheneinheiten mit automotive-spezifischer Peripherie, die über ein IP-basiertes, mit Switches versehenes homogenes Kommunikationsnetz miteinander verbunden sind. Die leistungsstarken Recheneinheiten erlauben die Aggregation von Funktionen mehrerer heutiger Steuergeräte auf eine physikalische Einheit.

Einfacher soll sich in Zukunft auch die Mensch-Maschine-Kommunikation gestalten. Die Sprachbedienung der Hightech-Geräte hat sich bewährt. Bei BMW und Mercedes-Benz kommt etwa ein neues System von Marktführer Nuance zum Einsatz, das die Zieladresse vollständig auf einmal erfasst. Der bisher relativ lange und mühsame Dialog zwischen Mensch und Maschine entfällt. BMW hat zudem auch die Musiksteuerung mittels Spracheingabe erweitert.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist die Car-to-Car-Kommunikation, die vor allem vor Gefahren in der unmittelbaren Umgebung warnen soll. So denkt Audi beispielsweise über eine Funkverbindung zwischen Ampeln und Auto nach. Eine Display im Cockpit soll dann die Geschwindigkeit anzeigen, mit der eine Kreuzung überquert werden kann bzw. davor warnen, wenn der PKW sich zu schnell auf die Ampel zubewegt.

Im Kommen sind auch Dual-View-Anzeigen, die in der Lage sind, in Abhängigkeit vom Blickwinkel zwei verschiedene Bilder gleichzeitig darzustellen. Der Einsatz dieses Displays ist zuerst für die Luxusklasse vorgesehen, wo der Fahrer beispielsweise die vom Navigationsgerät angezeigte Route ablesen kann und der Beifahrer einen Spielfilm von DVD verfolgt. Derartige Dual-View-Displays bringt Mercedes-Benz in der S- und E-Klasse auf den Markt, im nächsten Jahr sollen Rover und Jaguar folgen.

Michael Fiala | pressetext Focusthema Consumer
Weitere Informationen:
http://www.iaa.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Mobilität von Morgen: Wie wir uns in Zukunft von A nach B bewegen
07.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Verbesserte Leistung dank halbiertem Gewicht
24.07.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik