Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fahrzeugdesign von Morgen

22.11.2010
Universität zu Köln koordiniert ein vom Bund gefördertes Projekt

Im Projekt SOFA arbeiten die Universität zu Köln, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Technische Universität Kaiserslautern und die Bergische Universität Wuppertal sowie das Fraunhofer Institut SCAI gemeinsam an Lösungen für die Herausforderungen der Fahrzeugentwicklung der Zukunft.

„Ziel des vom BMBF geförderten Verbundprojekts SOFA (Gekoppelte Simulation und Optimierung für robustes virtuelles Fahrzeugdesign) ist es, mit Hilfe von mathematischen Modellen und Verfahren komplexe Systeme in Kraftfahrzeugen am Computer zu simulieren, um Bauteile zu optimieren und den Fahrkomfort zu erhöhen,“ beschreibt die Projektkoordinatorin Professorin Caren Tischendorf (Universität zu Köln) die Industrierelevanz des Verbundprojekts.

Bereits heute weisen Kraftfahrzeuge mehr elektronische Bauteile und Funktionen auf als je zuvor, und in zukünftigen Kraftfahrzeugentwürfen werden die bordeigenen elektrischen und elektronischen Systeme noch weiter an Komplexität gewinnen – Stichworte sind u. a. der Ersatz hydraulischer Bremssysteme durch elektromechanische Komponenten („brake-by-wire“), die Einführung elektronischer Lenkung („steer-by-wire“) oder Antriebskonzepte für Hybrid- und Elektrofahrzeuge.

Auch Trends hin zu energiesparender Leichtbauweise, der Einsatz energieautarker funkbasierter Systeme oder Sensortechniken (z. B. Abstandssensoren oder etwa die Kommunikation zwischen Fahrzeugkomponenten oder Fahrzeugen) stellen die Fahrzeugentwicklung vor neue Herausforderungen. Um den wachsenden Anforderungen im Fahrzeugbau zu begegnen, werden Komponenten und Prozesse mittels sogenannter Multiphysik-Systeme am Bildschirm simuliert. So kann z.B. das Verhalten eines bestimmten Bauteils gegenüber mehreren physikalischen Phänomenen (daher Multiphysik), etwa elektromagnetischem und thermischem Verhalten untersucht werden. Um zuverlässige und realistische Simulationsergebnisse zu erzielen, sind gekoppelte Simulationen der beteiligten Effekte notwendig.

Die Arbeitsgruppen von Prof. M. Arnold, Dr. T. Clees, Prof. M. Clemens, Prof. M. Günther, Prof. B. Simeon und Prof. C. Tischendorf greifen die mathematischen Problemstellungen solcher Multiphysik-Systeme auf. Es werden verschiedene physikalische Prozesse mittels verschiedener Gleichungen beschrieben. Partielle Differentialgleichungen dienen der Beschreibung von räumlich verteilten Effekten (beispielsweise der Temperaturausbreitung oder elektromagnetischer Störfelder). Mit differential-algebraischen Gleichungen werden dynamische Teilsysteme und ihre Kopplungen untereinander abgebildet (z. B. elektronische Komponenten oder mechanische Verbindungen).

Anwendungsbereiche sind u. a. die Kopplung von Kabelsträngen und elektronischen Steuerelementen, von elektromagnetischen Sensoren und Steuerelektronik sowie von Mehrkörpersystemen und Fluidik bzw. Elastodynamik.Praxispartner des Projekts sind die Automobilzulieferer Delphi Deutschland GmbH (www.delphi.com) und Leopold Kostal GmbH & Co. KG (www.kostal.de) sowie die Entwickler von Simulationssoftware Computer Simulation Technology AG (www.cst.com) und SIMPACK AG (www.simpack.de). Sie testen die in SOFA entwickelten Tools und Methoden zur effektiven und robusten Simulation und Optimierung gekoppelter Multiphysikprobleme an realistischen Modellen aus der industriellen Praxis und integrieren sie – nach erfolgreicher Testung – in ihre jeweiligen Simulationsumgebungen.

Bei Rückfragen: Prof. Dr. C. Tischendorf, Mathematisches Institut
Universität zu Köln, Weyertal 86-90, 50931 Köln
Tel.: +49 221 470-6080, Fax: +49 221 470-6076
E-mail:: tischendorf@math.uni-koeln.de
Verantwortlich: Dr. Patrick Honecker

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.mi.uni-koeln.de/~ctischen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Neue Akzente für das Ambiente im Automobil
19.09.2017 | Schott AG

nachricht Mobilität von Morgen: Wie wir uns in Zukunft von A nach B bewegen
07.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise