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Einschlafwarner rüttelt Lkw-Fahrer auf

27.09.2006
Mit einer Kombination aus Kamera und Software will Siemens den gefährlichen Sekundenschaf beim Autofahren vermeiden helfen. Das Unternehmen zeigt auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover (noch bis 28. September) erstmals einen Einschlafwarner namens Driver Attention System.

Damit sollen Lkw-Fahrer gewarnt werden, wenn sie müde sind oder erste Konzentrationsmängel bei längeren Fahrten auftreten. Das System wird in etwa drei Jahren serienreif sein. Es fügt sich nahtlos in die Reihe der Fahrerassistenzsysteme ein, die Siemens VDO unter dem Namen pro.pilot entwickelt, etwa ein Nachtsichtsystem oder einen Abstandsregeltempomaten. Das System kann auch in Pkw eingesetzt werden.


Sekundenschlaf und Konzentrationsmängel sind laut Statistik der Deutschen Verkehrswacht für jeden vierten Unfall hierzulande verantwortlich. In den USA, wo Highways oft kilometerweit geradeaus führen, gilt Übermüdung in 40 Prozent der Fälle als Unfallursache. Der wirtschaftliche Schaden dieser Unfälle beträgt in Deutschland rund fünf Milliarden Euro pro Jahr. Lkw-Fahrer sind besonders gefährdet, weil sie überdurchschnittlich lange am Steuer sitzen und oft nachts fahren. Unkonzentrierte Fahrer reagieren bei Gefahren nicht schnell genug oder falsch.

Das Driver Attention System funktioniert mit einer Infrarotkamera, die das Gesicht des Fahrers ständig beobachtet. Sie ist so angebracht, dass sie den Fahrer nicht stört. Weil sie infrarote Wellenlängen aufzeichnet, arbeitet sie bei Tag und Nacht gleichermaßen zuverlässig. Die Software wertet die Aufnahmen in Echtzeit aus. Dabei analysiert sie Blickrichtung, Zahl und Dauer der Lidschläge. So steigt bei ermüdeten Fahrern die Anzahl langsamer Lidschläge signifikant an. Registriert die Software eine Übermüdung, reagiert das System abgestuft und warnt den Fahrer: Zunächst vibriert der Sitz, und rüttelt den Fahrer praktisch auf. Sollte der Fahrer auch danach weiterfahren, ertönt ein Signalton, der immer lauter wird. So wird der Fahrer aufgefordert, eine Pause einzulegen. (IN 2006.09.5)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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