Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Autoscheiben aus Kunststoff

13.07.2001


Ausgezeichnet für seine zukunftsweisende Diplomarbeit wurde Dipl.-Ing. (FH) Martin Tanne, hier bei der Preisverleihung umgeben von Prof. Peter Wippenbeck (l.) und dem Aalener FH-Rektor Prof. Dr. Dr. Ekbert Hering (r.).


Kunststofftechnik-Absolvent der FH Aalen ausgezeichnet

Martin Tanne ist einer der Preisträger des Straubinger Hochschulpreises 2001. Der an der FH Aalen ausgebildete Diplom-Ingenieur (FH) für Kunststofftechnik wurde für die zukunftsweisende Bedeutung seiner Diplomarbeit über Autoscheiben aus Kunststoff gewürdigt. "Wegen des verringerten Gewichts und der verbesserten Sicherheit der Polycarbonat-Scheiben besteht ein zunehmendes Interesse an dieser Technologie", erläutert Tannes Betreuer Prof. Peter Wippenbeck.

"Die Autoscheibe aus Kunststoff ist im höchsten Grad innovativ, denn sie könnte das Gewicht eines Mittelklassewagens um ca. 20 kg vermindern", verdeutlicht der Aalener Kunststoff-Experte, "ein wichtiger Schritt zum 3-Liter-Auto". Um die unerlässliche Spannungsfreiheit der Scheiben zu erreichen, muss ein Herstellverfahren wie bei der Produktion von Compact Discs (CD) eingesetzt werden: "sanftes" Spritzgießen mit einem Prägehub. Dann gelingt es auch, mit wesentlich weniger Schließkraft für die großen Scheibenflächen auszukommen. Was bei der Handy-Produktion selbstverständlich ist, soll auch bei Autoscheiben genutzt werden: das Anspritzen einer zweiten Komponente zur Formung eines Abdichtrahmens.

Beides zu kombinieren, stellt erhöhte Anforderungen an die Werkzeugtechnik. "Die verschiedenen Möglichkeiten analysierend, stellt die Diplomarbeit das Optimum fest", beurteilt Wippenbeck die ausgezeichnete Arbeit. "Dies wird erreicht, wenn auf zwei Spritzgießmaschinen parallel produziert wird und ein Umsetz-Transportband die Teile in die zweite Kavität bringt."

... mehr zu:
»Autoscheibe »Kunststoff

Die Anregungen, sich intensiv mit dieser Zukunftsidee zu befassen, hat Martin Tanne nicht nur an der FH Aalen, sondern auch bei einem Praktikum in Sydney, Australien erhalten. Bestärkt wurde er ebenfalls vom Spritzgießmaschinen-Hersteller Krauss-Maffei in München, der den angehenden Ingenieur mit dem wichtigen Projekt "Produktion großflächiger Automobilteile im Zweikomponenten-Verfahren" betraute. Das Hinzufügen eines weiteren Elements, etwa eines elastischen Abdichtrahmens, im gleichen Arbeitsgang spart Montagearbeit und damit beträchtliche Kosten. Seine Projekterfahrungen konnte Martin Tanne im mittelständischen Unternehmen seiner Eltern schon umsetzen, so dass dort die neue Zweikomponenten-Spritzgießmaschine bereits voll ausgelastet ist. Allerdings nicht mit so großen Bauteilen, wie es Autoscheiben darstellen, denn dazu bedarf es sehr großer Maschinen mit erheblichem Investitionsvolumen.

In seiner Würdigung wies der Rektor der FH Aalen Prof. Dr. Dr. Ekbert Hering darauf hin, dass die Zukunftssicherung durch technischen Fortschritt eine Unabdingbarkeit ist und dass große Anstrengungen gemacht werden müssen, um den Nachwuchs für die technischen Disziplinen zu sichern. Mit diesem erklärten Ziel werden die Kontakte der Aalener Hochschule mit der Industrie verstärkt, z. B. durch das neue studienbegleitende Trainee-Programm.

In seiner Laudatio stellte Prof. Peter Wippenbeck heraus, dass das Spritzgießen das häufigste Kunststoff-Verarbeitungsverfahren ist. Allein in Deutschland werden dafür rund 60.000 Maschinen eingesetzt. Einen wertvollen Beitrag, um hier Innovationen anzustossen und Know-how zu liefern, leisteten die Recherchen des Diplomanden "dank ihrer Variationsbreite und hervorragenden Systematik", so Wippenbeck.

"Der wahre Wert der Diplomarbeit wird sich zeigen, wenn Polycarbonat-Autoscheiben in Serie laufen", ist Prof. Wippenbeck überzeugt. Der Anfang ist beim Smart gemacht, wo die kleine Seitenscheibe den Vorreiter spielt. Inzwischen existiert bereits ein Entwicklungslabor, das die bessere Sicherheit des Kunststoffs im Aufprall- und Überrolltest beweist. Dies zeigte auch der Sturz einer Mehrweg-Milchflasche aus Polycarbonat auf den Betonboden, der ohne jegliche Beschädigung endete. "Plastic is fantastic", heißt es nicht nur auf manchen Aufklebern an den Autos auf dem Parkplatz der FH Aalen.

Kontakt:
Prof. Peter Wippenbeck (Kunststofftechnik)
Tel.: 07361 / 576 260


Fax: 07361 / 576 250
E-Mail: peter.wippenbeck@fh-aalen.de


FH Aalen
Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation
Beethovenstr. 1
73430 Aalen
Axel Burchardt M.A.
Tel.: 07361 / 576 162
Fax: 07361 / 576 355
E-Mail: axel.burchardt@fh-aalen.de

Axel Burchardt | idw

Weitere Berichte zu: Autoscheibe Kunststoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Das große Aufräumen nach dem Stress

25.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

APEX wirft einen Blick ins Herz der Finsternis

25.05.2018 | Physik Astronomie

Weltneuheit im Live-Chat erleben

25.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics