Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Automatisierungstechnik auf höchstem Niveau – damit Türen dicht halten

27.04.2007
Halten Türen nicht dicht, sind die Auswirkungen schnell zu spüren. Wassereintritt, Zugluft, Kälte und Lärm machen sich bemerkbar. Dies gilt auch für Fahrzeugtüren, die – wenn sie nicht optimal schließen – jedes noch so kleine Lüftchen und jedes Geräusch, das von außen kommt, in den Innenraum lassen. Dichtungen, die optimale Türschließkräfte besitzen, sollen auch bei 250 km/h und gleichzeitigem strömenden Regen davor schützen.

Bisher war es bei geklebten Türdichtungen üblich, dass der Dichtungshersteller diese auf Fertigungslänge kürzt und zu einem Ring verbindet. Die so vorkonfektionierten Dichtungen erforderten ausreichend Platz für die Lagerung und – je nach Geometrie der Tür – eine angepasste Applikationseinheit, was das Automatisierungspotenzial einschränkte.

Um dies zu optimieren, gehen das saarländische Unternehmen SAARGUMMI zusammen mit DaimlerCrysler bei Türdichtungen neue Wege. Gemeinsam wollen sie auf eine Vorkonfektionierung verzichten und für die neue C-Klasse von Mercedes-Benz alle notwendigen Voraussetzungen für den Einsatz einer baureihenübergreifenden Endlostürdichtung schaffen. Das Ergebnis: Es wurde ein innovatives Dichtungssystem mit der zugehörigen Produktions- und Applikationsanlage entwickelt und zur Serienreife geführt.

Mit einem bisher unüblich hohen Einsatz an Simulationsverfahren entwickelte der saarländische Dichtungsspezialist gemeinsam mit DaimlerCrysler eine Dichtung, die mit einer Länge von 1.000 Metern in einem eigens dafür erarbeiteten Produktionsverfahren hergestellt und aufgespult werden kann. Während des Prozesses überwachen ein 2D- und eine 3D-Kamerasystem kontinuierlich jeden Zentimeter des Dichtungsstranges online. Treten fehlerhafte Profilabschnitte auf, so werden diese herausgetrennt und die verbleibenden Profilenden vollautomatisch zu einem Endlosstrang zusammen gefügt. Die dabei erzeugten Fügestellen werden entsprechend gekennzeichnet, so dass die OEM-seitige Applikationseinheit diese erkennen und heraustrennen kann.

Der Vorteil des Systems liegt darin, dass durch die Standardisierung von Aufnahmebohrungen bei gleichzeitigem Einsatz von Multigreifern eine einzelne Applikationsanlage Türdichtungen auf die verschiedensten Türgeometrien applizieren kann. Doch das ist noch nicht alles: Das mit dem Automobilhersteller und SAARGUMMI entwickelte Gesamtsystem zeichnet sich durch hohe Flexibilität aus. Es bietet bei Taktzeiten im Minutenbereich höchste Prozesssicherheit bei gleichzeitig deutlich reduzierten Applikations- und Bauteilkosten. Ein weiterer technischer Fortschritt ist, dass im Applikationsprozess auch die türseitigen Profilenden automatisiert verklebt werden. Und auch die Umwelt profitiert: Das saarländische Unternehmen hat mit dieser innovativen Technologie die Packungsdichte mehr als verdoppelt, so dass 50 Prozent der bisher notwendigen LKW-Transporte eingespart werden können.

Kontakt:
Ingo Crljen
SaarGummi International GmbH
Eisenbahnstraße 24
66687 Wadern
Tel. 0 68 74/6 96 75
Fax: 0 68 74/ 6 99 86
E-Mail: ingo.crlien@saargummi.com

Helga Hansen | Innovationseinblicke Saarland
Weitere Informationen:
http://www.saargummi.com
http://www.innovation.saarland.de

Weitere Berichte zu: Applikationsanlage SAARGUMMI Türdichtung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise