Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Urbane Brach- und Freiflächen für Bioenergie und Stadtentwicklung nutzen

08.01.2013
IAT-Projekt CultNature setzt auf BioMontanParks

Das Potential urbaner Brach- und Freiflächen wird für Stadtentwicklung und die Erzeugung von Biomasse bis heute nicht ausgeschöpft. Insbesondere Bergbauflächen im Steinkohlerevier eignen sich aufgrund ihrer Größe und Lage für den Anbau von Biomasse. Diesen Ansatz verfolgt das Projekt ‚CultNature‘ am Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule) in Gelsenkirchen, das zusammen mit RAG Montan-Immobilen und NRWUrban durchgeführt und vom Land NRW gefördert wird.

Das Projekt verknüpft zwei schon praktizierte Sanierungskonzepte miteinander: die Entwicklung von Brachen zu Parks – bisher nur mit öffentlichen Mitteln machbar – und die Nutzung von Brachen für die Gewinnung von Biomasse. Diese Bio-Parklandschaften des CultNature-Konzepts schaffen wirtschaftlich nutzbare und doch im Sinne der Stadtentwicklung hochwertige Flächen, die Einkünfte erzeugen, welche die Kosten, Errichtung und Pflege der Parks ganz oder zu einem großen Teil decken.

Gerade im nördlichen Ruhrgebiet, wo bis in die 1980er und 1990er Jahre Steinkohle gefördert wurde, sind Teilflächen von bis zu 300ha zu verzeichnen, die auch nach Jahren weit entfernt von einer wirtschaftlichen und nachhaltigen Entwicklung sind, stellten die IAT-Wissenschaftler Benedikt Leisering und David Becker fest. Das Flächenpotential, welches sich hier bietet, werde nicht ausgeschöpft, trotz Flächenkonkurrenz und der immer wieder beklagten Knappheit von Flächen für Gewerbe und Industrie. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, bis 2020 mit Energiepflanzen und biogenen Reststoffen bis zu 15 Prozent des Energiebedarfs in Deutschland zu decken, was eine Verdopplung des gegenwärtigen Beitrags bedeuten würde.

Im Gegensatz zu landwirtschaftlich hergestellter Biomasse, die ja in Flächenkonkurrenz zur Nahrungsproduktion steht, kann urbane Biomasseproduktion nicht nur Energie liefern, sondern auch eine nachhaltige urbane Raumentwicklung fördern, die ökologische, wirtschaftliche und soziale Dimensionen einschließt, meinen die IAT-Wissenschaftler. Im Ruhrgebiet und anderen Industrieregionen sowie in Regionen, in denen große Militärstützpunkte aufgegeben werden, gibt es viele Flächen, auf denen man keine Nahrungsmittel, wohl aber Biomasse für die Energieproduktion herstellen kann. Bioenergie könne dabei als ‚regelbare‘ Energie einen wertvollen Beitrag im Mix regenerativer Energien leisten.

In einer ersten Projektphase wurde bisher das CultNature-Konzept im Rahmen einer Potenzial- und Machbarkeitsstudie konkretisiert. In Pilotprojekten soll das Konzept „experimentell“ erprobt werden. Für eine anschließende breite Umsetzung werden Akteursnetzwerke aufgebaut und aus den Ergebnissen und Erfahrungen des Projektes umsetzungsfähige Vorschläge für die Stadt- und Regionalplanung in den nordrhein-westfälischen Bergbaurückzugsgebieten entwickelt.

Weitere Informationen:
Benedikt Leisering, Durchwahl: 0209/1707-114, E-Mail: leisering@iat.eu,
David Becker, Durchwahl: 0209/1707-184, E-Mail: Becker@iat.eu
Redaktion: Claudia Braczko
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut Arbeit und Technik
Telefon: 0209/1707-176
E-Mail: braczko@iat.eu

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iat.eu
http://www.iat.eu/forschung-aktuell/2013/fa2013-01.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Doppelhaus mal anders - Elegantes Glas-Ensemble am Hang
02.05.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

nachricht Bauübergabe der ALMA-Residencia
26.04.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften