Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umnutzung statt Neubau - Forschen an Grundlagen für Ressourcen schonendes Sanieren

25.08.2008
Bauingenieure der Fachhochschule und der Technischen Universität Kaiserslautern starten ein vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz gefördertes Forschungsprojekt. Es soll wissenschaftlich gesicherte Kriterien zur Beurteilung der Standsicherheit alter Bausubstanz beim Bauen im Bestand geben.

In Deutschland sind nur etwa zehn Prozent des Wohnungsbestandes jünger als 15 Jahre und entsprechen somit dem Neubaustandard. Diesen Standard unter energetischen und statischen Gesichtspunkten auch im älteren Bestand zu erreichen, ist häufig sehr schwierig.

Oft wird alte Bausubstanz deshalb abgerissen. Das erzeugt nicht nur große Mengen von Bauschutt - etwa die Hälfte des Primärabfallaufkommens stammt aus dem Bauwesen - sondern bei Neubauten ist auch meist ein Anstieg des Flächenverbrauchs zu verzeichnen. Angesichts der Knappheit nicht-erneuerbarer Ressourcen sowie unter umweltpolitischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten steht das Bauwesen hier vor großen Herausforderungen. "Umnutzung statt Neubau" lautet die Devise, wenn es darum geht, mit einem Minimum an nicht-erneuerbaren Ressourcen auszukommen.

Dass auch durchaus erhaltenswerte Bausubstanz abgerissen oder in unnötig aufwändiger Weise verstärkt wird, liegt daran, dass die technischen Baubestimmungen in Deutschland fast ausnahmslos für die Errichtung von Neubauten konzipiert sind. Der Gedanke an Katastrophen, wie der Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall, lässt eine strikte Anwendung dieser "Neubaunormen" auf ältere und alte Bausubstanz zwar als unbedingt notwendig erscheinen, unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit ist eine solche Vorgehensweise auf Dauer jedoch nicht tragbar.

Abhilfe aus diesem scheinbar unlösbaren Dilemma will eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Fachhochschule und Technischer Universität Kaiserslautern schaffen. Die FH Professoren Peter Bindseil, Dr. Marcus Rühl und Claus Flohrer sowie die TU Professoren Dr. Jürgen Schnell und Dr. Wolfgang Kurz sind sich einig, dass auch bei einer Ressourcen schonenden Vorgehensweise ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet werden kann. Allein, es fehle das Wissen, wie vorhandene Baustoffe und Bauweisen nach aktuellen Sicherheitsansprüchen spezifiziert werden können. Dieses Wissen will die Arbeitsgruppe bereitstellen und hat dafür vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz eine Förderung für zwei Jahre erhalten.

Aufgabe wird es in diesen zwei Jahren sein, zulässige Abweichungen von den aktuellen Baubestimmungen zu erarbeiten, die eine möglichst vom Einzelfall unabhängige Beurteilung des technischen Potentials vorhandener Bausubstanz erlauben. "Mit diesem Wissen, das wir Entscheidern der Bauaufsicht an die Hand geben wollen", erläutert Professor Bindseil, "wollen wir mit dazu beitragen, im Sektor Bauwesen zukünftig erhebliche Umweltbelastungen zu vermeiden, und das gewaltige, im Baubestand gebundene Vermögen im Wert zu erhalten."

Um eine geeignete "Forschungsstätte" bemüht, konnte er die Filiale der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) in Landau dafür gewinnen, ein altes Gebäude aus den 30-iger Jahren zum Untersuchen zur Verfügung zu stellen. Ziel ist es, den Zustand des Bauwerkes und seine Schäden bzw. Defizite zu erforschen und ggf. Maßnahmen zur Anpassung an heutige bautechnische Erfordernisse zu ermitteln, um das Bauwerk für eine neue Verwendung nutzbar zu machen.

Wegen der Vielzahl der in der Vergangenheit verwendeten Baustoffe und Baukonstruktionen soll sich das Forschungsvorhaben im Wesentlichen auf Bauwerke aus den am meisten verwendeten Bauarten Stahlbetonbau, Stahlbau und Mauerwerkbau beschränken.

Ihr Ansprechpartner:
Prof. Dipl.-Ing. Peter Bindseil, Studiengang Bauingenieurwesen der FH Kaiserslautern ++ Tel: 0631/3724-506 ++ Mail: peter.bindseil@fh-kl.de

V.i.S.d.P. Prof. Dr. Uli Schell, Präsident der FH Kaiserslautern ++ Tel: 0631/3724-100 ++ Mail: praesident@fh-kl.de

Red.: Pressestelle Standort Kaiserslautern ++ Elvira Grub ++ Tel: 0631/3724-163 ++ Mail: elvira.grub@fh-kl.de

Pressestelle Standort Pirmasens ++ Christiane Barth ++ Tel: 06331/2483-81 ++ Mail: christiane.barth@fh-kl.de

Pressestelle Standort Zweibrücken ++ Wolfgang Knerr ++ Tel: 06332/914-136 ++ Mail: wolfgang.knerr@fh-kl.de

Elvira Grub | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-kl.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht EU-Forschungsprojekt INNOVIP: Neue Technologien für langlebige und kostengünstige Vakuumdämmplatten
22.02.2017 | Bayerische Forschungsallianz GmbH

nachricht Modernes Architektenhaus mit landestypischen Design-Elementen
15.02.2017 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie