Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Planungssicherheit für die Immobilienwirtschaft

17.01.2012
Standortqualität und Immobilienpreise hängen immer von der städtischen Entwicklung ab.

Das ist gerade in sich stark verändernden Stadtteilen ein Problem für Investoren und Planer. Ein Forscherteam des Geographischen Instituts der Universität Bonn entwickelt eine Software, mit der sich städtische Entwicklungstrends grafisch abbilden und als Prognose in variablen Szenarien simulieren lassen. Das Team erhält nun ein EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Höhe von 110.000 Euro zum Aufbau eines eigenen Unternehmens.

Die Preisentwicklung von Grundstücken und Immobilien wird üblicherweise in Karten und Tabellen dargestellt. „Aber der Wert von Grundstücken und Immobilien ist keine statische Angelegenheit“, sagt Dr. Axel Häusler, der am Geografischen Institut der Universität Bonn über die Dynamik von Stadtentwicklungen promovierte. Städtebauliche Maßnahmen können ganze Stadtviertel in ihrem Wert steigern oder bei Fehleinschätzung rückläufige Entwicklungen auslösen. Gerade in der Immobilienwirtschaft ist daher der Bedarf nach Markttransparenz, strategischen Informationen und Risikoabschätzungen groß. Entscheidend ist, diese Daten möglichst frühzeitig in Investitions- und Entscheidungsprozesse einzubinden.

Ein Stadtplaner der Universität Bonn bildete das Gründungsteam

Der Stadtplaner Dr. Häusler bildete mit dem Dortmunder Raumplaner Holger Mrosek und dem Informatiker Florian Bingel von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ein Team. Gemeinsam entwickelten die drei Wissenschaftler die Unternehmensidee „GRETAS® – Research & Consulting“. „Mithilfe dieses Softwareprodukts können völlig neue und innovative Wege zur Abbildung, Simulation und Prognose immobilienwirtschaftlicher, stadtökonomischer und bevölkerungssoziologischer Veränderungs- und Marktprozesse beschritten werden“, sagt Mrosek. „Es handelt sich dabei um ein Geosimulationssystem, das Nachfrageindikatoren wie etwa die Bevölkerungsdynamik, die Entwicklung der Immobilienpreise oder die Mieternachfrage für einen bestimmten geografischen Raum abbildet und zu strategischen Szenarien verknüpft“, berichtet Bingel.

Mit der Software wollen die Existenzgründer städtische und immobilienwirtschaftliche Veränderungsprozesse sowie das Verhalten konkurrierender Marktakteure darstellen. „Die graphischen Visualisierungsmöglichkeiten von GRETAS bieten eine allgemein verständliche Diskussionsgrundlage für Projektbeteiligte und Entscheidungsträger“, sagt Dr. Häusler. Zielgruppe seien etwa Immobilien- und Projektentwicklungsunternehmen, der Einzelhandel und die kommunale Stadtplanung.

Die Gründungsidee ist ein Spin-Off des Geographischen Instituts

Die Existenzgründer haben nun durch die EXIST-Förderung ein Jahr Zeit, ihre bisherigen Prototypen bis zur Marktreife weiterzuentwickeln und sich Vertriebspartner zu suchen. „GRETAS ist innovativ und ergänzt entscheidend die Prognosefähigkeit von Immobilienmärkten“, sagt Prof. Dr. Klaus Greve vom Geographischen Institut der Universität Bonn, der die Ausgründung als Mentor begleitet. Das System habe gute Chancen auf dem Markt. Rüdiger Mull, Leiter der Abteilung Erkenntnistransfer und Schutzrechte der Universität Bonn, half den EXIST-Gründern bei der Antragstellung. „Ich freue mich sehr über den Erfolg, zumal es das erste EXIST-geförderte Projekt der Universität Bonn ist“, sagt er. Die Universität Bonn hat bislang 38 Unternehmen bei der Gründung unterstützt.

Kontakt:

Dr. Axel Häusler
GRETAS – Research & Consulting GbR
Tel. 0221/99 8 33 33
E-Mail: info@gretas-research.net
Prof. Dr. Klaus Greve
Universität Bonn
Institut für Geographie,
Tel. 0228/735596
E-Mail: klaus.greve@uni-bonn.de
Rüdiger Mull
Universität Bonn
Erkenntnistransfer und Schutzrechte
Tel. 0228/732210
E-Mail: mull@verwaltung.uni-bonn.de

Johannes Seiler | idw
Weitere Informationen:
http://www3.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/015-2012
http://www.uni-bonn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Wirbel als Räder der Natur
28.03.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Stadtplanung im Klimawandel: HafenCity Universität Hamburg entwickelt Empfehlungen
24.03.2017 | HafenCity Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten