Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Luftreinigende Pflastersteine für saubere Städte

07.07.2010
Beschichtung entzieht Luft Stickoxide

Die Oberflächen von Straßen könnten in Zukunft eine Rolle im Umweltschutz spielen. In der niederländischen Stadt Hengelo ist soeben ein Forschungsprojekt von schadstoffreinigenden Pflastersteinen erfolgreich beendet worden. Die 10 Mal 20 Zentimeter großen Steine sind in der Lage, 25 bis 45 Prozent der Stickoxid-Konzentrationen (NOX) zu reduzieren. Drei Luftgütemessungen haben das bestätigt.

"Die Beschichtung, die unter anderem aus Titandioxid besteht und auf den Pflastersteinen aufgetragen ist, hat sich in den Tests bewährt", erklärt Forschungsleiter Jos Brouwers, Professor für Baumaterialien an der Eindhoven University of Technology, im pressetext-Interview. Am stark befahrenen Castorweg wurden rund 1.000 Quadratmeter mit den luftreinigenden Pflastersteinen versehen. Als Vergleich hatte man an einer anderen Stelle eine 1.000 Quadratmeter große Fläche mit herkömmlichen Pflastersteinen versehen.

Erfolgreiche Labor- und Feldversuche

"Die Luftreinigung konnten wir zuerst bereits im Labor nachweisen", so Brouwes. "Nun haben die Pflastersteine sich auch im Einsatz bewährt." Weitere Messungen planen die Forscher im Laufe des Jahres. Die Pflastersteine funktionieren auch in der kalten Jahreszeit. "Das einzige, was erforderlich ist, ist Sonnenlicht, denn das Titandioxid wirkt als Photokatalysator und wandelt mit Hilfe der Sonne die Stickoxide in harmloses Nitrat um", erklärt der Forscher. Das Nitrat wird anschließend vom Regen weggeschwemmt.

"Die Pflastersteine haben noch einen weiteren Vorteil, da sie auch Pflanzenbewuchs und Schmutz abbauen können. Das heißt, dass sie immer sauber bleiben." Optisch unterscheiden sich die innovativen Steine nicht von herkömmlichen. Die Idee der luftreinigenden Beschichtung kommt aus Japan. Produziert wird der Pflasterstein, der nun in Serienproduktion gegangen ist, vom Hersteller Struyk Verwo Infra.

Kaum Mehrkosten

"Die Mehrkosten für die luftreinigenden Pflastersteine betragen inklusive Herstellung, Verlegung und Grundierung rund zehn Prozent. Und das obwohl die Steine selbst um 50 Prozent teurer sind als herkömmliche Pflastersteine", erklärt der Forscher. Für Straßen, wo Asphaltdecken bevorzugt werden, kann der luftreinigende und beschichtete Beton mit offenem Asphalt gemischt werden. Die Technologie ist auch für Hauswände anwendbar.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tue.nl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten
16.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst
11.01.2017 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial

16.01.2017 | Messenachrichten

Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie